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Danke für über 1500 Unterschriften

Einen wichtigen Meilenstein haben wir wieder erreicht. 1500 Menschen stehen hinter KURS FAHRRADSTADT und setzen sich für radikal bessere Verkehrsbedingungen, insbesondere einer viel besseren Fahrradinfrastruktur in Hamburg ein. Dafür möchte ich mich – auch im Namen meiner MitstreiterInnen – 1500 mal bedanken!

Beste Grüße

Kai Ammer

Aus diesem Anlass habe ich heute folgende Pressemitteilung herausgegeben:

1500 Unterzeichnende für KURS FAHRRADSTADT

Herr Scholz, handeln Sie endlich!“

Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass es der Kampagne „KURS FAHRRADSTADT“ gelungen ist, die Marke von 1500 Unterzeichnenden der gleichnamigen Online Petition an Bürgermeister Olaf Scholz zu erreichen.

Die Petition fordert ein radikales und klares Umdenken in Hamburgs Verkehrspolitik zugunsten des Rad-, Fuß- und öffentlichen Nahverkehrs. Die Infrastruktur für diese Verkehre – insbesondere dem Fahrradverkehr – müssen laut der InitiatorInnen so gut gestaltet werden, dass es für alle Altersgruppen sicher und einladend ist, diese in Anspruch zu nehmen sowie leicht fällt, das Auto stehen zu lassen bzw. ganz abzuschaffen. Wir sind der Meinung, dass die bisherigen Maßnahmen zu kurz greifen und Hamburg immer noch meilenweit davon entfernt ist, Fahrradstadt zu sein.

Zudem wird allgemein ein neues Denken über den öffentlichen Raum sowie das ernsthafte Umsetzen von Klima- und Luftschutzzielen gefordert. Nur so lässt sich diese Stadt in eine bessere, gesündere und nachhaltige Metropole transformieren, um sie, auch für die wirtschaftliche Entwicklung, fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Zu den Unterzeichnenden, überwiegend BürgerInnen aus Hamburg, gehören auch Politiker, Stadtentwickler und der Schauspieler Peter Lohmeyer, der uns ebenso wie der Zukunftsrat Hamburg unterstützt.

Die Unterschriftensammlung wird fortgesetzt.

Fahrradstadt schwer gemacht

Liebe Freundinnen und Freunde von KURS FAHRRADSTADT,

immer wieder ist es erstaunlich, wie schwer man sich in Hamburg tut, die Fahrradstadt als etwas Ernsthaftes oder gar Ganzheitliches zu begreifen, zu denken und vor allem zu bauen. Doch statt sich mit ihren Bedürfnissen ein wenig tiefgehender zu beschäftigen, muss wieder mal die Oberfläche herhalten, auf die – voila! – ein bisschen weiße Farbe kommt und plötzlich ist die Fahrradstadt über Nacht wieder um ein Stückchen gewachsen. Mit dieser Taktik tut sich vor allem Altona gerade besonders hervor.

Neuer Radweg vor dem Bahnhof

Vor dem Bahnhof wurde vor wenigen Tagen ein neuer Fahrradweg angelegt. Eigentlich eine famose Sache, würde er nicht erstens so mir nix dir nix „irgendwo im Nirgendwo“ beginnen, quer über hochfrequentierte Fußgängerbereiche und zu guter Letzt auch noch mitten durch den Taxistand laufen, um dann ebenso abrupt nach vielleicht 150 Metern wieder zu enden. Da scheinen die nächsten Konflikte bereits einprogrammiert zu sein.
„Das ist lebensgefährlich“, MOP0, 28.06.2017 http://www.mopo.de/hamburg/-das-ist-lebensgefaehrlich–neuer-radweg-in-altona-sorgt-fuer-unmut-27877096

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Start: Wer aus dem Busbahnhof radelt, hat noch gut Lachen, um auf den neuen Radweg zu biegen
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Dann geht’s – immerhin auf Asphalt – mitten durch den Taxistand
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um vor dem Fastfood Restaurant wieder auf den Gehweg zu wechseln
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Ob das mal gut geht hier? Bei Sonnenschein?
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Dank altonale gleich zu Existensbeginn besetzt
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Hier endet der ‚mega-breite‘ Radweg an…, nun ja, man sieht’s.

Ich frage mich, warum es die Macher der Fahrradstadt nicht wenigstens so ernst mit ihr meinen, dass das, was sie machen, ihr wenigstens ein bisschen nutzt und vor allem nicht groteske Steilvorlagen für durchaus berechtigtes Kritisieren quasi frei Haus liefert. Damit ist letztlich niemanden, schon gar nicht der irgendwann werdenden Fahrradstadt gedient.

Warum zieht man den Bahnhofsvorplatz an der Präsident Krahn Straße und Max Brauer Allee nicht mit in die Betrachtung? Nach hier hin hätte sicher der Taxistand verschoben werden können. Eine kleine Drop-on, Drop-off Zone direkt am Straßenrand für PKWs genügt und man hätte hier ein wahres Cluster an mehr oder weniger nachhaltigen Mobilitätsangeboten (switch, StadtRadHamburg) an einer Stelle. So wäre immerhin eine Konfliktquelle entschärft. Bliebe die Frage, wie Fußgängerströme möglichst so geführt werden, dass sie den Radweg nur an wenigen Stellen gezielt, wenn überhaupt, queren müssen. Warum dann nicht Fußgänger hier grundsätzlich und konsequent ‚unten durch‘ zu den Bussen lotsen? Dafür hätte man die Zugänge an beiden Seiten des Tunnels barrierefreier gestalten müssen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass sich über all diese Fragen keine Gedanken gemacht wurden.

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Bloß das nicht anfassen: Viel Platz vorm Bahnhof – unsinnig und verschwenderisch genutzt

Eklat um Elbstrandradweg

Bleiben wir noch in Altona. Am Donnerstag wären in der Bezirksversammlung Altona beinahe die Fäuste geflogen, so heftig wurde über den „Elbstrandradweg“ – aus unerklärlichen Gründen ein Lieblingsprojekt der Grünen – gezofft. Etwa 13.000 Unterschriften hatten die Gegner des Vorhabens gesammelt, um den Strand zu retten, mehr oder weniger so zu belassen, wie er ist. Gerade mal 2000 Unterschriften scheinen die Befürworter bisher gesammelt zu haben. Sie brauchen allerdings 6000 Stimmen, um ein Bürgerbegehren zu starten. Nun kommt alles anders und Altonas BürgerInnen sollen in einem Bürgerentscheid über den Radweg am Strand abstimmen. Die Frage ist nur auch hier: Muss das sein? Wo doch die Ablehnung so eindeutig ist?
Bevor wie-auch-immer-Promenaden am Strand gebaut werden, die wahrscheinlich in den nächsten Fluten untergehen, sollte man sich lieber Gedanken über vernünftige Radwege an der parallel verlaufenden Elbchaussee machen. Ein Fahrradaktivist hat die Bezirksversammlung in Altona besucht und Protokoll geführt. Ein Protokoll des Grauens. Genau deshalb lesenswert.
https://www.radverkehrsforum.de/index.php/Thread/939-29-Juni-Bezirksversammlung-Altona/?pageNo=1

17-jährige Schülerin lebensgefährlich in Neugraben verletzt

Sie wollte nur mit ihrem Fahrrad über den Zebrastreifen fahren. Dabei „übersieht“ sie der Fahrer eines Autos, der aus einer Seitenstraße kommend auf die Straße mit dem Zebrastreifen abbiegt. Keine Bäume versperren hier das Sichtfeld. Schwerverletzt kommt die junge Frau ins Krankenhaus.
http://www.mopo.de/hamburg/polizei/neugraben-fischbek–auto-rammt-schuelerin–17–vom-fahrrad-27889352

In vielen Stadtteilgruppen, in die ich diesen Vorfall auf facebook gepostet habe, wird zwar Anteil genommen, aber dennoch immer wieder darauf hingewiesen, dass die Radfahrerin absteigen und ihr Fahrrad hätte schieben müssen, wenn sie den Zebrastreifen regelkonform hätte überqueren wollen. Aber seien wir ehrlich: Wer, außer vielleicht Kinder, schiebt sein Fahrrad über den Zebrastreifen? Und – ob das den Unfall vermieden hätte, sei dahingestellt. Es soll kein Aufruf sein, sich nicht regelkonform zu Verhalten oder es gut zu heißen. Es soll aber den Blick auf das richten, worum es wirklich geht. Darum, Menschen, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Board, vor derartigen Unfällen, nicht nur an Zebrastreifen, zu schützen. Wenn dafür Gesetze und Vorschriften geändert werden müssen, dann muss es so sein. Denn „tödliche Unfälle sind kein unabänderlicher Aspekt des Straßenverkehrs. Wir können uns für den Schutz von Leben entscheiden.“ So klar hat es der Volksentscheid Fahrrad in Berlin auf den Punkt gebracht. Die Hauptstadt hatte soeben das dritte Fahrradopfer in diesem Jahr zu beklagen. Möge sich auch die Hamburger Schülerin schnell und gut wieder erholen.

Für den Menschen und das Leben, genau dafür steht auch KURS FAHRRADSTADT. Es steht für weit mehr als ein wenig billige Farbe und halbgare Lösungen.

Bitte helft mit, noch 20 weitere Unterschriften zu bekommen, um den wichtigen nächsten 1500er Meilenstein zu erreichen.

Ich wünsche euch, dass ihr gut durch die nächste Woche kommt.
Herzliche Grüße

Kai Ammer

Jetzt hier KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen

„Rad ab“ – eine Antwort an die ZEIT Hamburg

Am 14. Juni erschien in der Zeit Hamburg der Artikel „Rad ab“, der sich kritisch zu Fahrradaktivitäten wie Sternfahrt oder Critical Mass äussert.
http://www.zeit.de/2017/25/fahrradsternfahrt-hamburg-autofahrer-strassenverkehr

Da scheint aber jemand „sauer“ auf Hamburgs Fahrradfahrer zu sein, zumindest wenn es dabei um solche geht, die am kommenden Sonntag die Fahrradsternfahrt fahren möchten bzw. gerne mal die Critical Mass radeln. „Wir gegen die“, so sieht es Autor Frank Drieschner, Radfahrende, die den Autos bei solchen Aktionen quasi mit Schadenfreude den Platz auf den Straßen streitig machen und somit nur dazu beitragen würden, das zarte Pflänzchen „Fahrradstadt Hamburg“ gleich wieder kaputtzurupfen. Weil man diejenigen, die Auto fahren, die eigentlichen „Verbündeten“, zu Feinden macht, dann die Stimmung kippt und letztlich der Weiterbau der Fahrradstadt akut gefährdet sei.

Von welcher Fahrradstadt redet der Autor eigentlich?

Ich bin Initiator der Aktion „KURS FAHRRADSTADT“ (https://www.change.org/p/kurs-fahrradstadt-fahrradstadt-konsequent-bauen-statt-radler-neuen-gefahren-auszusetzen), die mittels offenen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz wachrütteln möchte und vor Augen führt, warum noch so viel mehr passieren muss als das mickrige Wenige, was bisher getan wird. In der Mobilitätsdebatte wird immer wieder maßvolles Agieren und vor allem kein Frontal-Agieren („Wir gegen die“) angeraten, so auch von Drieschner. Doch das Gegenteil ist richtig. Nur mit kraftvollen Aktionen, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, gelingt es, Aufmerksamkeit zu erreichen, zu erhalten und auszubauen. Diesen gesellschaftlichen Druck braucht es, um der Politik die Notwendigkeit zur Veränderung sichtbar vor Augen zu führen, damit nicht weiter halbherzig Millionen über Millionen versenkt werden in etwas, was den Namen „Fahrradstadt“ absolut nicht verdient. Klar passiert politische Weichenstellung nicht unbedingt direkt auf der Straße, aber flankierende Protestaktionen gehören zum demokratischen Prozess nun mal dazu. Insbesondere, wenn man keine finanzstarke Lobby im Rücken hat. Lautstarker Protest ist um so wichtiger, weil das jetzt Gebaute für die nächsten Jahrzehnte so erhalten bleiben wird, sprich, es wird die Marschrichtung vorgeben, wie sich Hamburgs Verkehrsarten und -ströme entwickeln werden. Von einer Politik, die die aktive Mobilität, das zu Fußgehen und Radfahren, die Sicherheit, attraktiven ÖPNV, Klima-, Gesundheits-, Lärm- und Luftschutz und somit die menschlichen Bedürfnisse, letztlich die Lebensqualität sowohl in sozialer, ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht in den Mittelpunkt stellt, scheint nach wie vor hinter dunklen Wolken aus Auspuffrohren zu verdampfen und nichts zu sehen zu sein. Grandios beobachtbar ist das übrigens gerade auch im Komplettumbau des ABC-Straßen Quartiers in der Innenstadt.

Nein! Jeder Autofahrende, der bei der Sternfahrt oder einer CM im Stau steht, sollte wissen, dass es egoistisch und arrogant ist, mit dem Auto in die City zu fahren, so es sich dabei um Fahrten handeln sollte, die durch andere Alternativen vermeidbar gewesen wären. Dabei handelt es sich immerhin um den größten Teil aller Fahrten. Sie sollten daran denken, dass es früher sogar mal autofreie Sonntage gab, die man, extra für sie, wieder abgeschafft hat. Sie sind eingeladen, ihr Auto stehen zu lassen und umzusatteln, mitzuradeln. Nur – dafür braucht es dann entsprechende Radwege. Die können auch gut 3 Meter breit sein – das ist keine Maximalforderung, das ist schlicht das, was mindestens benötigt wird, um die Kapazitäten zu schaffen, damit viele von denen, die stattdessen angewidert von Radlern im Stau stehen, überhaupt umsteigen können. Fahrradstadt wird man nicht, indem man diejenigen, die ohnehin schon Rad fahren, von Radwegen auf Straßen verschiebt, sondern vor allem eben die Übrigen dazu bewegt, ihr Auto stehen zu lassen.

Man weiß inzwischen, auch aus den Erfahrungen echter Fahrradstädte wie Kopenhagen, dass Menschen regelrecht erzogen werden müssen, neue Wege zu gehen oder zu radeln. Man tut es, indem man die Attraktivität von z.B. Radwegen in dem Maße erhöht, wie sie im Bereich des motorisierten Individualverkehrs sinkt. Der Haken an der Sache ist, dass Hamburg es bis in die heutigen Tage hinein über Jahrzehnte schlicht verpennt (hat), diesen Weg konsequent zu gehen. Dass der Schnitt, der dann zu kommen hat, umso größer und heftiger sein wird, dürfte allein schon aufgrund der wachsenden Stadt, der Abgas- und Klimaproblematik auch den letzten Autofans einleuchten. Hoffentlich auch dem Autor, Frank Drieschner. Und dabei vielleicht auch mal daran denken, dass man mit einem solchen Artikel gerade denen in die Hände spielt, die gar nicht so unglücklich darüber sind, dass sich hier leider fast nichts ändert. So herum kann man es auch sehen.

Kai Ammer

Ich möchte mehr Druck machen!
Gerne – hier KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen!

Post für unseren Bürgermeister, Demo

Liebe Freunde von KURS FAHRRADSTADT,

der Sommer ist da und mit ihm die Fahrradsaison wieder im vollen Gange. Gerade die letzte Critical Mass war bei bestem Wetter ein schöner Erfolg und die alljährliche Fahrradsternfahrt am 18. Juni steht kurz bevor.

Trotzdem gibt es jede Menge zu tun, denn Hamburgs Weg zur Fahrradstadt ist lang und steinig. Weil das andauernde Gerede und vor allem die ewige Selbstbeweihräucherung von Seiten der Stadt zur ach so tollen Fahrradstadt Hamburg nur noch nervt, deshalb reden wir ständig darüber. An dieser Stelle sei auf einen sehr guten Kommentar auf shz.de hingewiesen, der mich inspiriert hat: https://www.shz.de/regionales/hamburg/das-staendige-gerede-von-der-fahrradstadt-nervt-id16950791.html

Wir reden nicht nur ständig darüber, wir möchten auch handeln:
Lasst uns Bürgermeister Scholz zeigen, wie ernst wir es meinen. Ganz klassisch, auf dem Postweg. Senden wir ihm innerhalb von zwei Wochen hunderte Briefe, die ihn daran erinnern, dass Fahrradstadt mehr ist als nur das Gerede darüber. Wir haben euch dafür einen vorgefertigten Brief erstellt, den ihr downloaden könnt und gerne auch mit einem persönlichen Kommentar ergänzen könnt. So haben zudem auch all diejenigen die Möglichkeit, bei KURS FAHRRADSTADT mitzumachen, die bisher auf change.org nicht unterzeichnet haben.

Hier Brief downloaden – „Post für unseren Bürgermeister“:
https://kursfahrradstadt.wordpress.com/post-fuer-unseren-buergermeister/

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Mehr Infos zur Aktion „Post für unseren Bürgermeister“

Um unsere Entschlossenheit auch auf die Straße zu tragen und dort sichtbar zu machen, würde ich gerne eine Demo ins Leben rufen. Laut, deutlich und klar in der Botschaft. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich für dieses konkrete Vorhaben Unterstützung bekommen könnte. Bitte meldet euch dazu einfach über kursfahrradstadt@hamburg.de Vielen Dank!

Zuletzt wie immer die Bitte, diese News und die KURS FAHRRADSTADT Seiten unter Freunden und Bekannten weiterhin zu teilen und zu liken.

Ich wünsche einen guten Fahrrad-Sommer!

Beste Grüße
Kai Ammer

Butter bei die Fische, liebe GRÜNE und adfc Hamburg!

Seit zwei Jahren arbeitet der rot grüne Senat an der „Fahrradstadt Hamburg“. Extra dafür wurde ein Behördenbündnis Namens „Bündnis für den Radverkehr“ geschlossen und eine „Radverkehrsbeauftragte“ installiert. Seitdem wurde und wird an vielen Stellen in dieser Stadt für die Radfahrenden gebaut – mit einem ernüchternden Ergebnis. Geradezu als schallende Ohrfeige kann man die Resultate des aktuellen Fahrradklimatests 2016 bezeichnen, der vom Fahrradclub adfc in Auftrag gegeben und vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. In Hinblick auf Fahrradfreundlichkeit mischt Hamburg kräftig mit – in hintersten Rängen. So muss sich unsere Stadt mit einem lausigen 31. Platz vergnügen, von 39.

In der Kategorie „Komfort“ kommt Hamburg bei der Frage „…sind Wege für Radfahrer/innen angenehm breit und erlauben ein problemloses Überholen langsamerer Radfahrer/innen“ auf die mangelhafte Note von 5,1. Nur dürftig besser sieht es in Sachen „Sicherheit“ aus: „Bei uns fühlt man sich als Radfahrer/in sicher“ – Note 4,6. Ebenso mangelhaft auch der „Stellenwert“: „Bei uns überwacht die Stadt bzw. Gemeinde streng, dass Autos nicht auf Radwegen parken“ – Note 5,3.

Alle Hamburg Ergebnisse können hier eingesehen werden:
http://hamburg.adfc.de/fileadmin/redaktion/Verkehr/Fahrradklimatest/2016/ADFC_Fahrradklima-Test_Hamburg.pdf

Da gibt es nichts schön zu reden und da nützt es auch nichts, dass Hamburg sich vom 35. auf den 31. Rang vergleichbarer Städte hochschrauben konnte. Das geht nämlich allein auf das hervorragende Einzelergebnis von StadtRAD Hamburg zurück.

Die Hamburger Grünen sollten die ihrigen Schlüsse aus den miesen Noten ziehen. Der Hamburger adfc hingegen sollte sich ernsthaft fragen, ob die von ihm gefahrene Linie so weiter haltbar ist. Immer wieder bekomme ich Nachrichten von Leuten, die vom hiesigen adfc frustriert und wieder ausgetreten sind. Die Interessen der Fahrradfahrenden zu vertreten sollte eindeutig mehr bedeuten, als diese scheinbar in erster Linie an den Bedürfnissen sicherer und schneller RadfahrerInnen anzupassen, die mit Mischverkehr auf den Fahrbahnen kein Problem haben.

Vor allem sollte der Hamburger adfc endlich anfangen wirklich gute und sichere Lösungen einzufordern, statt hinterher über derartige Ergebnisse zu jammern, wie wieder einmal gestern in der Morgenpost zu sehen war: „Fahrradklima-Test Das schlechte Zeugnis für die Radstadt Hamburg„. Mehr Mut von der Politik zu erwarten ohne selbst mutig voranzuschreiten – das passt einfach nicht.

Die Zeit der halben Sachen ist vorbei!

Fordert sichere und gute Radwege nach dänischem und niederländischem Vorbild – sicher und gut für alle Menschen von „3 – 99“.

Fordert Fahrradstraßen, die es am Ende auch wirklich sind und nicht wie hier oftmals weiterhin verkappte Durchgangsstraßen für den MIV.

Fordert Velo-Routen, die sicher und zügig zum Ziel führen und sich nicht in Zick-Zack-Kursen mit diversen Stopps erschöpfen.

Fordert „protected Bikelanes“ und Kreuzungsdesigns, welche Unfallzahlen minimieren können.

Stellt euch den tatsächlichen Herausforderungen, vor denen der Radverkehr in Hamburg steht. Unterstützt öffentlich und berichtet auch euren Mitgliedern gegenüber von den Aktionen „Radentscheid Hamburg“ und KURS FAHRRADSTADT.

Für KURS FAHRRADSTADT haben bis heute bereits 1.353 Menschen den offenen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz unterzeichnet, um den politischen Druck von unten weiter aufzubauen. Täglich werden es mehr. Wer es noch nicht getan hat, mit „mangelhaft“ aber auch nicht wirklich zufrieden ist, sollte es gerne jetzt tun.
Offenen Brief unterzeichnen: www.change.org/p/kurs-fahrradstadt
Mehr Infos rund um KURS FAHRRADSTADT: https://kursfahrradstadt.wordpress.com

 

Hamburg rockt den Radverkehr – News Mai 2017

Liebe Freundinnen und Freunde von KURS FAHRRADSTADT,

„Auch künftig wird mit jedem Fahrzeug jedes Ziel in der Stadt erreichbar sein“ – unter diesem Motto aus düstersten Zeiten der autogerechten Stadt hat Hamburg gerade vorgestern den neuen Luftreinhalteplan vorgestellt. Gleichzeitig hat unsere Stadt damit mal wieder unter Beweis gestellt, dass sie nichts verstanden hat. Nichts von der „active mobility“, der Förderung von günstigem und umweltfreundlichen Fuß- und Radverkehr, nichts von einer nachhaltigen Entwicklung im Verkehrsbereich, nichts vom Schutz der eigenen Bevölkerung vor Lärm, Abgasen, Gefahren im Straßenverkehr und restlos zugeparkten Straßen. Stattdessen wurde in den Behörden offenbar gerechnet bis zum Umfallen und heraus kommt eine Aneinanderreihung von lauter Dingen, die alle nicht wirklich neu sind und die für sich genommen auch nicht unbedingt schlecht sind. Das Problem ist – es ist zu wenig. Interessant ist dagegen, was natürlich alles nicht kommt: Keine generellen Fahrverbote für dreckige Dieselautos, keine Umweltzone, kein reguläres Tempo 30. Dafür soll es in zwei Abschnitten auf der Max Brauer Allee und der Stresemannstraße von wenigen hundert Metern Länge Fahrverbote für Diesel-PKWs und LKWs geben, die nicht die neueste Abgasklasse 6 erfüllen. Wie unser roter Bürgermeister und sein grüner Umweltsenator sich die Durchsetzung in der Praxis vorstellen, bleibt vorerst ein Geheimnis. Und wenn schon, fährt der Stink-Diesel halt in der Parallelstraße am kleinen „Hindernis“ vorbei. So einen Plan zu präsentieren und ihn dazu noch Luftreinhalteplan zu nennen, ist nur noch erbärmlich.
http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/8675696/2017-04-26-bue-luftreinhalteplan/

Dabei wissen alle, dass öffentlicher Raum und Platz ein endliches Gut ist. Wenn Hamburg weiter wächst und damit auch der Verkehr, braucht es neue Konzepte. Sie werden aber nur dann wirksam sein, wenn Prioritäten gesetzt werden. Wenn ich von dem Einen nehme und dem Anderen gebe. Wenn ich eine Vorstellung davon habe, was ich wirklich eines bestimmten Tages erreicht haben möchte. Wenn ich einen Plan habe. Unser Senat hat ihn jedenfalls nicht.

„Künftig wird mit jedem Fahrrad jedes Ziel in der Stadt erreichbar sein – sicher, entspannt und bequem“ – so in etwa müsste es eigentlich heißen. Und weil von der Politik nicht viel zu erwarten ist, machen es die Leute eben selbst. In diesem Frühjahr tut sich mehr denn je in der Stadt. Wenn sich sonst nichts bewegt, drehen wir erst richtig auf.

Berlin hat den „Volksentscheid Fahrrad“ – in der Hansestadt bildet sich nun der „Radentscheid Hamburg“. Nach Berliner Vorbild soll ein Gesetz erarbeitet werden und zur Volksabstimmung gebracht werden, um den PolitikerInnen Beine zu machen. Bei zwei ersten Treffen war auch ich dabei. JedeR, die oder der Lust hat, kann sich gerne beteiligen. Mehr Infos gibt es dazu auf der Facebookseite https://www.facebook.com/raHHdentscheid/, auf twitter https://twitter.com/raHHdentscheid oder auch bei mir kursfahrradstadt@hamburg.de

Doch es dreht sich noch mehr:
„#Dreh Deine Stadt“ veranstaltet am 13. Mai ab 10 Uhr parallel und gegenüber der Velo in der Rindermarkthalle im Centro Sociale ein Barcamp für Mobilität und lebenswerte Städte. Ausrichter sind der Volksentscheid Fahrrad Berlin, das Netzwerk Lebenswerte Stadt e.V. / Changing Cities und die Radentscheid Hamburg Initiative. Ziel ist die Vernetzung von Aktiven, lokal und national, Agenda-Setting, Open Data sowie Ideen-Entwicklung. In diversen Sessions zum Thema sollen erste Ergebnisse direkt erarbeitet und vorgestellt werden. Inspiriere andere und lass dich inspirieren! Finde heraus, wie du deine Stadt drehst!
Am 14. Mai um 10 Uhr findet ebenfalls im Centro Sociale der offizielle Auftakt zum Radentscheid Hamburg statt.
https://drehdeinestadt.wordpress.com

Das ist noch lange nicht alles:
Es scheint sich noch eine weitere Gruppierung aufzumachen, den Radverkehr in Hamburg zu rocken. Die „Fahr!Rad Offensive Hamburg“ steht zumindest auf twitter ebenfalls in den Startlöchern.
https://twitter.com/FaRaO_HH

Mit seiner Petition „Weniger Autos – mehr Lebensqualität“ hat es Fabian Hanneforth, ebenfalls Mitstreiter beim Radentscheid Hamburg, in den letzten Tagen geschafft, unser Thema wieder in die Medien zu bringen.
https://www.change.org/p/machen-sie-alle-öffentlichen-parkplätze-kostenpflichtig-weniger-autos-mehr-lebensqualität

Unterstützung gab es zudem gerade vom NDR, der die Doku „Der Fahrradkrieg – Kampf um die Straßen“ ins Fernsehen brachte. Wer sie noch nicht gesehen hat, sollte es am besten nachholen – der Film ist nicht nur sehr interessant, er bringt auch schonungslos die Hamburger Defizite und grotesken Peinlichkeiten ans Tageslicht und entlarvt die „Fahrradstadt Hamburg“ als eine Stadt, die es gar nicht so ernst meint mit ihren radelnden BewohnerInnen.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Der-Fahrradkrieg-Kampf-um-die-Strassen,sendung631726.html

Jede einzelne dieser Aktionen ist ein wichtiger Baustein für eine bessere, lebenswertere Zukunft in dieser Stadt. Zusammengenommen braut sich endlich auch in Hamburg etwas zusammen, was durchaus das Zeug hat, auch unsere Stadt gehörig aufzuwirbeln und frischen Wind fürs Rad, für Fußgänger, für saubere Luft, weniger Autoverkehr und mehr Lebensfreude zu bringen. Deshalb zuletzt noch einmal die Bitte, euren Freunden, KollegInnen und Bekannten vielleicht den Tipp zu geben, doch einmal bei KURS FAHRRADSTADT vorbeizuschauen und ebenfalls zu unterzeichnen.
https://kursfahrradstadt.wordpress.com
Und auch: Wer Lust hat, mich und diese Aktion ein wenig zu unterstützen, möge sich einfach und unkompliziert gerne bei mir melden: kursfahrradstadt@hamburg.de

Ich wünsche allen einen schönen, hoffentlich bald wärmeren Frühlingsanfang und viele schöne Radmomente – wir sehen uns.
Besten Gruß

Kai Ammer

KURS FAHRRADSTADT News – Start in neue Saison

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Moin Moin liebe KURS FAHRRADSTADT Fans,

Mit dem Sonnenschein kommen Räder wieder ins Rollen und Menschen zieht es ins Freie – der Frühling ist da. Mit ihm erobert das Fahrrad wieder die Schlagzeilen und es werden neue Radwege um die Alster und am Elbstrand diskutiert. Obendrein wurden neueste Zahlen veröffentlicht: Es gab sagenhafte Steigerungen des Radverkehrs von bis zu unglaublichen 56% innerhalb der letzten 6 Jahre, wobei der Sprung von 2015 zu 2016 gerade noch mickrige 2% betrug. An der publikumswirksamen Zählstelle an der Alster gab es sogar einen ordentlichen Tritt zurück. War nicht vor allem dies die Zeit, in der bereits viel für die neue „Fahrradstadt Hamburg“ made by rot-grün gebaut wurde?
http://www.buergerschaft-hh.de/ParlDok/dokument/56670/hamburger-fahrradpegel-messungen-2016.pdf

Offenbar gibt es einiges, was für Radfahrende besser laufen könnte in Hamburg. Darum haben über 1100 Menschen bereits KURS FAHRRADSTADT unterzeichnet und etwa 250 von Ihnen hier auf change.org geschrieben, warum sie es getan haben. Es gibt also jeden Grund, diese Kampagne weiter zu führen.
https://www.change.org/p/kurs-fahrradstadt/c

Überhaupt „Petition“. Von Beginn an war mein Traum, dass KURS FAHRRADSTADT viel mehr sein sollte als „nur meine“ Petition. So richtig und wichtig die Petition ist, kann sie dennoch Teil etwas Größerem sein. Aktionen, Demos, Diskussionen, ein Ideenpool für Radverkehr und weiteres können die Petition ergänzen und das Thema Radfahren in Hamburg weiter bringen. Das schöne an KURS FAHRRADSTADT ist, dass diese Kampagne sich jede Freiheit herausnehmen kann, das Beste für den Radverkehr und den Umweltverbund fordern und vorschlagen zu dürfen, ohne dabei Kompromisse machen zu müssen.

Das Jubiläum 200 Jahre Fahrrad in diesem Jahr schreit geradezu danach, die ein oder andere Aktivität auch in die Tat umzusetzen. Lasst uns die Fahrradstadt, wie wir sie uns vorstellen, visualisieren! Her mit sowohl spektakulären als auch bodenständigen Ideen, die auf diese Weise mehr Menschen für den Radverkehr begeistern, weil sie sie sich dann auch etwas darunter vorstellen können. So können wir die Diskussion rund um den Radverkehr weiter füttern und hoffentlich in eine richtige Richtung lenken. Gerade davon, wie etwas auch anders aussehen könnte, gibt es in Hamburg noch viel zu wenig.
Denn „geht nicht“ gibt’s nicht! Nicht für KURS FAHRRADSTADT.

Um diese Idee zu verwirklichen, brauche ich allerdings die aktive Mithilfe von euch! Jeder noch so kleine Beitrag ist wertvoll! Wenn ihr Spaß daran habt, Ideen welcher Art auch immer zu entwickeln und / oder zu visualisieren, traut euch bitte! Einen kleinen Anfang habe ich gemacht und auf „Trello“, einer webbasierten kostenfreien Mind-Map, ein Board für KURS FAHRRADSTADT eingerichtet sowie zwei erste Ideen eingestellt. Eine gute Sache, wie sich wirklich alle, die Lust haben, mit einbringen können. Einmal anmelden und los geht’s! Um Zugang zu erhalten, sendet mir bitte eine Mail an kursfahrradstadt@hamburg.de.
Trello: https://trello.com/home

Ich freue mich, wenn ihr dort vorbeischaut oder Kontakt aufnehmt über Twitter, Facebook oder kursfahrradstadt@hamburg.de. KURS FAHRRADSTADT ist „nicht meins“ – es ist für alle da, die wollen, dass sich mit unseren Radwegen und unserem Mobilitätsverhalten etwas zum Besseren ändert. Für alle, die es jetzt wollen – nicht irgendwann.

Richtig einfach könnt ihr übrigens auch helfen, indem ihr z.B. der noch recht neuen Facebook Homepage von KURS FAHRRADSTADT einen Daumen hoch gebt, um sie weiter bekannt zu machen. https://www.facebook.com/KursFahrradstadt/

Und – wie immer 😉 – vielleicht fällt euch doch noch die Eine oder der Andere ein, die sich vorstellen könnten, die Petition zu unterzeichnen!
https://www.change.org/p/kurs-fahrradstadt

Ich wünsche allen einen guten Rad-Start in den Frühling!
Herzliche Grüße

Kai Ammer