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Elbstrand bleibt Elbstrand

Glückwunsch an Altona und ELBSTRAND RETTEN!
Das Ergebnis ist eindeutig – 76% der Altonaer*innen sind gegen einen neuen Radweg auf dem Strand vor Övelgönne. Das hat auch gute Gründe.

Gleichzeitig ist dieses Votum aber auch ein eindeutiger Handlungsauftrag an die Politik:
Zitat ELBSTRAND RETTEN:
„ES GIBT ALTERNATIVLÖSUNGEN, zum Beispiel eine Verbesserung der Radwege auf der Elbchaussee und der Bernadottestraße.“

Ganz genau so ist es. Ran an die Elbchaussee! Schon ab morgen, nicht ab 2020-irgendwann. Wo ließen sich die Wirkungen, Verkehrsveränderungen und / oder Verlagerungen und Erfolge besser studieren als hier, wenn mit einfachsten Mitteln eine Protected Bikelane eingerichtet werden könnte? Was auf jeder Autobahnbaustelle geht, geht auf der Elbchaussee erst Recht. Sie ist fast durchgängig breit genug, ein bisschen Farbe und Plastik (oder Beton oder Blech) genügen, um 3 Jahre lang zu testen und zu evaluieren. Etwa solange soll es nämlich noch dauern, bis die Straße nach Sielbauarbeiten komplett erneuert werden kann (https://www.abendblatt.de/hamburg/elbvororte/article211821065/Das-lange-Warten-auf-die-Radspur.html). Kein Baum müsste fallen. Ausreden gibt es nicht!
Senator Horch – handeln Sie bitte!

Wie das geht, zeigt z.B. Kolumbiens Hauptstadt Bogotá. Dieses kurze Video macht Mut, dass auch bei uns etwas in diese Richtung möglich sein sollte:

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Straße zurück erobert

Moin Zusammen,

weltweit wurden vorgestern Parkplätze in Gärten, Treffpunkte, Kunstobjekte oder noch einfachere Dinge umgewandelt – Hauptsache, das Auto musste für einige Stunden mal raus. In Hamburg fand diese Aktion an mindestens drei Stellen statt – in Ottensen an der Bahrenfelder Straße, in St. Pauli in der Wohlwillstraße und – natürlich – in Eimsbüttel auf dem Eppendorfer Weg.

Auf der vom adfc Hamburg organisierten Fläche durfte KURS FAHRRADSTADT in Eimsbüttel mit vertreten sein und so bauten wir zu dritt zusammen mit den Fahrradclub-Aktiven in kurzer Zeit eine in der Tat beeindruckende kleine grüne Oase inmitten der Parkplatzwüste auf. Es gab Spiele für Groß und Klein, Tischtennis, ein knallbuntes Sofas, diverse Sitzgelegenheiten und Leckereien in fester und flüssiger Form. Musik frisch vom Cello und ein Vorleser untermalten die traumhafte Kulisse soundtechnisch. Kreidemalende Kinder und eine Mitmachaktion, bei der Passanten aufgefordert wurden, ihre Ideen niederzumalen oder zu -schreiben und an einer langen Wäscheleine aufzuhängen, brachten weiteres Leben in die Szene. Alles in allem – Leben am Straßenrand geht deutlich geselliger, als es sonst der Fall ist.

Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter. Dennoch irritierte mich ein wenig, wie „wenig“ der vorbeigehenden Passant*innen mehr taten, als nur einmal hinzusehen. Vor allem das funktionierte in der Tat – unsere Fläche hatte ja tatsächlich Hinguckqualitäten. Optisch gut besucht – wenn auch zumeist von adfc-Leuten selbst bzw. solchen, die adfc-Leute oder uns kannten, trauten sich dann doch immer wieder vereinzelt interessierte Leute auf den Rasen und wir konnten informieren über KURS FAHRRADSTADT und Radentscheid Hamburg – für beide Aktionen hatten wir Flyer dabei. Ein Infotisch mit Büchern zum Thema lud zudem zum schmökern ein.

Seit 2009 gibt es die Idee des Parking Day, seinen Ursprung hat er in San Fransisco in den Staaten. Es geht darum, auf die enorme Platzverschwendung hinzuweisen, die der Verkehr, wie wir ihn heute kennen, verschlingt. Gerade im Eppendorfer Weg, in dem allein in den Häusern rechts und links der 4 von uns belegten Parkplätze ein Vielfaches an Wohnungen vorhanden ist als es Parkplätze am Straßenrand gibt, wird gut deutlich, dass eine Platz-Bevorzugung für nur wenige Autofahrende mit einer gerechten Aufteilung des engen innerstädtischen Raumes nicht mehr viel zu tun hat.

Danke an adfc Hamburg, dass wir dabei sein durften!

Beste Grüße

Kai

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Parking Day 2017 in Eimsbüttel:
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Huch, was ist denn hier los?
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Eine ganze Menge!
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KURS FAHRRADSTADT und Radentscheid Hamburg sind mit dabei
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Alles dabei, um Leute zu überzeugen…
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…hierzubleiben und mitzumachen.
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Blümchen, Sofas, Regenbogen – alles besser als Autos
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Lesestunde für begeisterte Zuhörerinnen
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Es ist DEINE Wahl – was hier in Zukunft passiert.

Für neue Ideen im öffentlichen Raum:
Jetzt KURS FAHRRADSTADT unterzeichnen!

Schutzengel und Co

Liebe Alle,

der Bau von neuen Radverkehrsanlagen hält unvermindert an – soweit so gut. Nicht gut ist aber, was zur Zeit An der Verbindungsbahn zu bestaunen ist: Stadteinwärts wurde ein neuer Fahrradstreifen auf der Fahrbahn angelegt. Verwundert reibt man sich die Augen und fragt sich, ob es der Sache wirklich dienlich ist, ausgerechnet hier, auf einer der am stärksten befahrenen Straßen Hamburgs, auf mehr Schutz für Radfahrende zu verzichten. Man kann nur hoffen, dass genügend Schutzengel zur Stelle sind und diese Lösung nicht von Dauer ist. Sicher gibt es Leute, die diesen neuen Streifen bejubeln und die der Meinung sind, dass sie dort auch ihre Kinder bedenkenlos radfahren lassen würden. Ich sehe es anders. Bedenkenlos klappt es auf dem Abschnitt davor an der Schröderstiftstraße wunderbar. Dort gibt es einen bestens geschützten Radweg abseits des rauschenden Verkehrs. Ab der Renzelstraße ist dann aber Schluss mit lustig.

Auch der Umbau an der Osterstraße in Hamburg Eimsbüttel geht flott voran und treibt abermals merkwürdige Stilblüten: So sind auf dem Abschnitt zwischen Hellkamp und Methfesselstraße Streifen für Radfahrende zu besichtigen, die eigentlich schon gar keine Streifen mehr sind. Nur noch Piktogramme verdeutlichen auf diesem engen Abschnitt einen imaginären was-auch-immer-Streifen, auf denen sich nun die Radler quetschen sollen. Neu ist auch ein Kreisel am Heußweg Ecke Stellinger Weg, für den im voraus diverse Bäume gefällt wurden. Von der U-Bahn kommend gibt es noch Schutzstreifen, die allerdings vor dem Kreisel nicht mehr existieren. Im Kreisverkehr selbst ist für Radler nichts spezielles mehr vorgesehen – bei erlaubten 50 Km/h, die Autofahrer hier fahren dürfen. Das tun sie wahrscheinlich nicht. Genau das ist auch das Kalkül der Planenden und Verantwortlichen, die glauben, dass Radfahrer auf der Fahrbahn den Verkehr ohnehin verlangsamen werden. All das ist Fahrradförderung auf die zynische Art. Radfahrer werden als menschliche Geschwindigkeitshemmer einfach eingeplant. Ob dies die richtigen Mittel sind, um eine echte Fahrradstadt zu werden, darf mehr als bezweifelt werden.

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Ist das noch ein Streifen? Oder kann das weg?
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Neuester Schrei in Eimsbüttel: Jetzt Baumfreier Kreisel im Heußweg

„Fahrradstadt auf dem Abstellgleis?“, fragt denn auch Herbert Schalthoff in seiner Hamburg1 Talkshow. Dr. Philine Gaffron, Verkehrswissenschaftlerin an der TUHH, Stefanie Miczka, Referentin für Verkehr beim ADFC, Lars Pochnicht, SPD Radverkehrsexperte und Carsten Ovens, CDU Radverkehrsexperte, versprechen eine spannende Runde. Die Aufzeichnung der Sendung kann man hier ansehen: http://www.hamburg1.de/sendungen/4/4784/Hamburg_Fahrradstadt_auf_dem_Abstellgleis.html

Damit das nicht passiert und weil wir sehr wohl wissen, dass Hamburg beste Fahrradstadt bauen kann, wenn die Stadt es nur will, werfen wir ein Blick nach Borgfelde. Hier gibt es nun eine vorbildliche Radwegführung an der U-Bahn Burgstraße. Im Gegensatz zu vielen anderen Radwegen wird der Weg hier als Teil der Veloroute 8 klar und deutlich als Zweirichtungsradweg an U-Bahn- und Busstation vorbeigeführt, um danach ebenfalls recht sicher und komfortabel die Kreuzung zu passieren. Dies zeigt, wie richtig und wichtig es ist, eine Priorisierung des Umweltverbundes bei Planungen des Straßenraumes zu fordern – nicht nur, wo es gerade passt, sondern überall.

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Luxux-Velorouten-8-Abschnitt an der U Bahn Burgstraße

Es gibt einen neuen Flyer von KURS FAHRRADSTADT – downloaden könnt ihr ihn hier. Es wäre schön, wenn Fahrradläden oder ähnliche Einrichtungen ihn im Laden – oder noch besser – im Fenster aushängen würden. Noch immer ist diese Kampagne darauf angewiesen, mit einfachsten Mitteln auf sich aufmerksam machen zu müssen. Danke für jede noch so kleine Hilfe.

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Langsam, aber doch unübersehbar beginnt unter den Hamburger*innen mehr und mehr die Einsicht zu wachsen, dass in nicht allzu ferner Zukunft einiges anders laufen muss. Anregungen dazu bietet die Veranstaltung „Wandel-Labor“ der Initiative „Und jetzt retten WIR die Welt“ sowie der Wandelwoche Hamburg.  Am 4. Oktober geht es dabei um ein autofreieres Leben in unserer Stadt und um die Lust auf’s Radfahren. U.a. dabei sind Bernhard Knierim (mobilitaetswen.de) und Florian Keiper von der Fahrradbande Berlin. http://wandelwoche.org/hamburg/das-wandel-labor-alles-klar-zur-mobilitaetswende/

Demnächst wird es in Altona interessant. Am 15. September stimmen die Altonaer in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Strandes vor Övelgönne ab. Zur Debatte steht, hier einen neuen Radweg über den Strand zu bauen („Elbstrand für alle“ https://www.elbstrandweg.de), um damit die Lücke des Elberadweges zu schließen, der angeblich einzigen Unterbrechung des langen Flussradwanderwegs oder aber alles so zu belassen, wie es ist („Elbstrand retten“ http://www.elbstrand.hamburg/retten/). Schon mehrfach habe ich mich geäußert zum Thema und sehe einen Radweg an diesem Strandabschnitt in vielerlei Hinsicht sehr kritisch. Nicht nur, dass definitiv eines der letzten Plätzchen für citynahes, unbeschwertes Strandfeeling als Ort der Ruhe und Entschleunigung gefährdet bzw. verloren gehen würde. Ein Radweg am Strand lenkt vor allem auch weiter davon ab, dort gute Fahrradweg-Lösungen zu bauen, wo sie wirklich gebraucht werden: An der Elbchaussee und in der Bernadottestraße in Ottensen.

Am gleichen Tag findet übrigens der „Internationale Parking Day“ statt. KURS FAHRRADSTADT ist diesmal zusammen mit dem adfc im Eppendorfer Weg 170 in Eimsbüttel mit von der Partie. Zwischen 15 und 18 Uhr wollen wir dort auf einigen umgewidmeten Parkplätzen zeigen, wie schön das Leben sein könnte – wenn es nur weniger Autos gebe. Kommt gerne vorbei – ich freue mich auf anregende Stunden am Straßenrand.

Beste Grüße
Kai

Jetzt KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen – wir sind fast 1600!

Danke für über 1500 Unterschriften

Einen wichtigen Meilenstein haben wir wieder erreicht. 1500 Menschen stehen hinter KURS FAHRRADSTADT und setzen sich für radikal bessere Verkehrsbedingungen, insbesondere einer viel besseren Fahrradinfrastruktur in Hamburg ein. Dafür möchte ich mich – auch im Namen meiner MitstreiterInnen – 1500 mal bedanken!

Beste Grüße

Kai Ammer

Aus diesem Anlass habe ich heute folgende Pressemitteilung herausgegeben:

1500 Unterzeichnende für KURS FAHRRADSTADT

Herr Scholz, handeln Sie endlich!“

Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass es der Kampagne „KURS FAHRRADSTADT“ gelungen ist, die Marke von 1500 Unterzeichnenden der gleichnamigen Online Petition an Bürgermeister Olaf Scholz zu erreichen.

Die Petition fordert ein radikales und klares Umdenken in Hamburgs Verkehrspolitik zugunsten des Rad-, Fuß- und öffentlichen Nahverkehrs. Die Infrastruktur für diese Verkehre – insbesondere dem Fahrradverkehr – müssen laut der InitiatorInnen so gut gestaltet werden, dass es für alle Altersgruppen sicher und einladend ist, diese in Anspruch zu nehmen sowie leicht fällt, das Auto stehen zu lassen bzw. ganz abzuschaffen. Wir sind der Meinung, dass die bisherigen Maßnahmen zu kurz greifen und Hamburg immer noch meilenweit davon entfernt ist, Fahrradstadt zu sein.

Zudem wird allgemein ein neues Denken über den öffentlichen Raum sowie das ernsthafte Umsetzen von Klima- und Luftschutzzielen gefordert. Nur so lässt sich diese Stadt in eine bessere, gesündere und nachhaltige Metropole transformieren, um sie, auch für die wirtschaftliche Entwicklung, fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen.

Zu den Unterzeichnenden, überwiegend BürgerInnen aus Hamburg, gehören auch Politiker, Stadtentwickler und der Schauspieler Peter Lohmeyer, der uns ebenso wie der Zukunftsrat Hamburg unterstützt.

Die Unterschriftensammlung wird fortgesetzt.

Fahrradstadt schwer gemacht

Liebe Freundinnen und Freunde von KURS FAHRRADSTADT,

immer wieder ist es erstaunlich, wie schwer man sich in Hamburg tut, die Fahrradstadt als etwas Ernsthaftes oder gar Ganzheitliches zu begreifen, zu denken und vor allem zu bauen. Doch statt sich mit ihren Bedürfnissen ein wenig tiefgehender zu beschäftigen, muss wieder mal die Oberfläche herhalten, auf die – voila! – ein bisschen weiße Farbe kommt und plötzlich ist die Fahrradstadt über Nacht wieder um ein Stückchen gewachsen. Mit dieser Taktik tut sich vor allem Altona gerade besonders hervor.

Neuer Radweg vor dem Bahnhof

Vor dem Bahnhof wurde vor wenigen Tagen ein neuer Fahrradweg angelegt. Eigentlich eine famose Sache, würde er nicht erstens so mir nix dir nix „irgendwo im Nirgendwo“ beginnen, quer über hochfrequentierte Fußgängerbereiche und zu guter Letzt auch noch mitten durch den Taxistand laufen, um dann ebenso abrupt nach vielleicht 150 Metern wieder zu enden. Da scheinen die nächsten Konflikte bereits einprogrammiert zu sein.
„Das ist lebensgefährlich“, MOP0, 28.06.2017 http://www.mopo.de/hamburg/-das-ist-lebensgefaehrlich–neuer-radweg-in-altona-sorgt-fuer-unmut-27877096

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Start: Wer aus dem Busbahnhof radelt, hat noch gut Lachen, um auf den neuen Radweg zu biegen
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Dann geht’s – immerhin auf Asphalt – mitten durch den Taxistand
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um vor dem Fastfood Restaurant wieder auf den Gehweg zu wechseln
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Ob das mal gut geht hier? Bei Sonnenschein?
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Dank altonale gleich zu Existensbeginn besetzt
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Hier endet der ‚mega-breite‘ Radweg an…, nun ja, man sieht’s.

Ich frage mich, warum es die Macher der Fahrradstadt nicht wenigstens so ernst mit ihr meinen, dass das, was sie machen, ihr wenigstens ein bisschen nutzt und vor allem nicht groteske Steilvorlagen für durchaus berechtigtes Kritisieren quasi frei Haus liefert. Damit ist letztlich niemanden, schon gar nicht der irgendwann werdenden Fahrradstadt gedient.

Warum zieht man den Bahnhofsvorplatz an der Präsident Krahn Straße und Max Brauer Allee nicht mit in die Betrachtung? Nach hier hin hätte sicher der Taxistand verschoben werden können. Eine kleine Drop-on, Drop-off Zone direkt am Straßenrand für PKWs genügt und man hätte hier ein wahres Cluster an mehr oder weniger nachhaltigen Mobilitätsangeboten (switch, StadtRadHamburg) an einer Stelle. So wäre immerhin eine Konfliktquelle entschärft. Bliebe die Frage, wie Fußgängerströme möglichst so geführt werden, dass sie den Radweg nur an wenigen Stellen gezielt, wenn überhaupt, queren müssen. Warum dann nicht Fußgänger hier grundsätzlich und konsequent ‚unten durch‘ zu den Bussen lotsen? Dafür hätte man die Zugänge an beiden Seiten des Tunnels barrierefreier gestalten müssen. Es drängt sich der Verdacht auf, dass sich über all diese Fragen keine Gedanken gemacht wurden.

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Bloß das nicht anfassen: Viel Platz vorm Bahnhof – unsinnig und verschwenderisch genutzt

Eklat um Elbstrandradweg

Bleiben wir noch in Altona. Am Donnerstag wären in der Bezirksversammlung Altona beinahe die Fäuste geflogen, so heftig wurde über den „Elbstrandradweg“ – aus unerklärlichen Gründen ein Lieblingsprojekt der Grünen – gezofft. Etwa 13.000 Unterschriften hatten die Gegner des Vorhabens gesammelt, um den Strand zu retten, mehr oder weniger so zu belassen, wie er ist. Gerade mal 2000 Unterschriften scheinen die Befürworter bisher gesammelt zu haben. Sie brauchen allerdings 6000 Stimmen, um ein Bürgerbegehren zu starten. Nun kommt alles anders und Altonas BürgerInnen sollen in einem Bürgerentscheid über den Radweg am Strand abstimmen. Die Frage ist nur auch hier: Muss das sein? Wo doch die Ablehnung so eindeutig ist?
Bevor wie-auch-immer-Promenaden am Strand gebaut werden, die wahrscheinlich in den nächsten Fluten untergehen, sollte man sich lieber Gedanken über vernünftige Radwege an der parallel verlaufenden Elbchaussee machen. Ein Fahrradaktivist hat die Bezirksversammlung in Altona besucht und Protokoll geführt. Ein Protokoll des Grauens. Genau deshalb lesenswert.
https://www.radverkehrsforum.de/index.php/Thread/939-29-Juni-Bezirksversammlung-Altona/?pageNo=1

17-jährige Schülerin lebensgefährlich in Neugraben verletzt

Sie wollte nur mit ihrem Fahrrad über den Zebrastreifen fahren. Dabei „übersieht“ sie der Fahrer eines Autos, der aus einer Seitenstraße kommend auf die Straße mit dem Zebrastreifen abbiegt. Keine Bäume versperren hier das Sichtfeld. Schwerverletzt kommt die junge Frau ins Krankenhaus.
http://www.mopo.de/hamburg/polizei/neugraben-fischbek–auto-rammt-schuelerin–17–vom-fahrrad-27889352

In vielen Stadtteilgruppen, in die ich diesen Vorfall auf facebook gepostet habe, wird zwar Anteil genommen, aber dennoch immer wieder darauf hingewiesen, dass die Radfahrerin absteigen und ihr Fahrrad hätte schieben müssen, wenn sie den Zebrastreifen regelkonform hätte überqueren wollen. Aber seien wir ehrlich: Wer, außer vielleicht Kinder, schiebt sein Fahrrad über den Zebrastreifen? Und – ob das den Unfall vermieden hätte, sei dahingestellt. Es soll kein Aufruf sein, sich nicht regelkonform zu Verhalten oder es gut zu heißen. Es soll aber den Blick auf das richten, worum es wirklich geht. Darum, Menschen, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Board, vor derartigen Unfällen, nicht nur an Zebrastreifen, zu schützen. Wenn dafür Gesetze und Vorschriften geändert werden müssen, dann muss es so sein. Denn „tödliche Unfälle sind kein unabänderlicher Aspekt des Straßenverkehrs. Wir können uns für den Schutz von Leben entscheiden.“ So klar hat es der Volksentscheid Fahrrad in Berlin auf den Punkt gebracht. Die Hauptstadt hatte soeben das dritte Fahrradopfer in diesem Jahr zu beklagen. Möge sich auch die Hamburger Schülerin schnell und gut wieder erholen.

Für den Menschen und das Leben, genau dafür steht auch KURS FAHRRADSTADT. Es steht für weit mehr als ein wenig billige Farbe und halbgare Lösungen.

Bitte helft mit, noch 20 weitere Unterschriften zu bekommen, um den wichtigen nächsten 1500er Meilenstein zu erreichen.

Ich wünsche euch, dass ihr gut durch die nächste Woche kommt.
Herzliche Grüße

Kai Ammer

Jetzt hier KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen

„Rad ab“ – eine Antwort an die ZEIT Hamburg

Am 14. Juni erschien in der Zeit Hamburg der Artikel „Rad ab“, der sich kritisch zu Fahrradaktivitäten wie Sternfahrt oder Critical Mass äussert.
http://www.zeit.de/2017/25/fahrradsternfahrt-hamburg-autofahrer-strassenverkehr

Da scheint aber jemand „sauer“ auf Hamburgs Fahrradfahrer zu sein, zumindest wenn es dabei um solche geht, die am kommenden Sonntag die Fahrradsternfahrt fahren möchten bzw. gerne mal die Critical Mass radeln. „Wir gegen die“, so sieht es Autor Frank Drieschner, Radfahrende, die den Autos bei solchen Aktionen quasi mit Schadenfreude den Platz auf den Straßen streitig machen und somit nur dazu beitragen würden, das zarte Pflänzchen „Fahrradstadt Hamburg“ gleich wieder kaputtzurupfen. Weil man diejenigen, die Auto fahren, die eigentlichen „Verbündeten“, zu Feinden macht, dann die Stimmung kippt und letztlich der Weiterbau der Fahrradstadt akut gefährdet sei.

Von welcher Fahrradstadt redet der Autor eigentlich?

Ich bin Initiator der Aktion „KURS FAHRRADSTADT“ (https://www.change.org/p/kurs-fahrradstadt-fahrradstadt-konsequent-bauen-statt-radler-neuen-gefahren-auszusetzen), die mittels offenen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz wachrütteln möchte und vor Augen führt, warum noch so viel mehr passieren muss als das mickrige Wenige, was bisher getan wird. In der Mobilitätsdebatte wird immer wieder maßvolles Agieren und vor allem kein Frontal-Agieren („Wir gegen die“) angeraten, so auch von Drieschner. Doch das Gegenteil ist richtig. Nur mit kraftvollen Aktionen, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, gelingt es, Aufmerksamkeit zu erreichen, zu erhalten und auszubauen. Diesen gesellschaftlichen Druck braucht es, um der Politik die Notwendigkeit zur Veränderung sichtbar vor Augen zu führen, damit nicht weiter halbherzig Millionen über Millionen versenkt werden in etwas, was den Namen „Fahrradstadt“ absolut nicht verdient. Klar passiert politische Weichenstellung nicht unbedingt direkt auf der Straße, aber flankierende Protestaktionen gehören zum demokratischen Prozess nun mal dazu. Insbesondere, wenn man keine finanzstarke Lobby im Rücken hat. Lautstarker Protest ist um so wichtiger, weil das jetzt Gebaute für die nächsten Jahrzehnte so erhalten bleiben wird, sprich, es wird die Marschrichtung vorgeben, wie sich Hamburgs Verkehrsarten und -ströme entwickeln werden. Von einer Politik, die die aktive Mobilität, das zu Fußgehen und Radfahren, die Sicherheit, attraktiven ÖPNV, Klima-, Gesundheits-, Lärm- und Luftschutz und somit die menschlichen Bedürfnisse, letztlich die Lebensqualität sowohl in sozialer, ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht in den Mittelpunkt stellt, scheint nach wie vor hinter dunklen Wolken aus Auspuffrohren zu verdampfen und nichts zu sehen zu sein. Grandios beobachtbar ist das übrigens gerade auch im Komplettumbau des ABC-Straßen Quartiers in der Innenstadt.

Nein! Jeder Autofahrende, der bei der Sternfahrt oder einer CM im Stau steht, sollte wissen, dass es egoistisch und arrogant ist, mit dem Auto in die City zu fahren, so es sich dabei um Fahrten handeln sollte, die durch andere Alternativen vermeidbar gewesen wären. Dabei handelt es sich immerhin um den größten Teil aller Fahrten. Sie sollten daran denken, dass es früher sogar mal autofreie Sonntage gab, die man, extra für sie, wieder abgeschafft hat. Sie sind eingeladen, ihr Auto stehen zu lassen und umzusatteln, mitzuradeln. Nur – dafür braucht es dann entsprechende Radwege. Die können auch gut 3 Meter breit sein – das ist keine Maximalforderung, das ist schlicht das, was mindestens benötigt wird, um die Kapazitäten zu schaffen, damit viele von denen, die stattdessen angewidert von Radlern im Stau stehen, überhaupt umsteigen können. Fahrradstadt wird man nicht, indem man diejenigen, die ohnehin schon Rad fahren, von Radwegen auf Straßen verschiebt, sondern vor allem eben die Übrigen dazu bewegt, ihr Auto stehen zu lassen.

Man weiß inzwischen, auch aus den Erfahrungen echter Fahrradstädte wie Kopenhagen, dass Menschen regelrecht erzogen werden müssen, neue Wege zu gehen oder zu radeln. Man tut es, indem man die Attraktivität von z.B. Radwegen in dem Maße erhöht, wie sie im Bereich des motorisierten Individualverkehrs sinkt. Der Haken an der Sache ist, dass Hamburg es bis in die heutigen Tage hinein über Jahrzehnte schlicht verpennt (hat), diesen Weg konsequent zu gehen. Dass der Schnitt, der dann zu kommen hat, umso größer und heftiger sein wird, dürfte allein schon aufgrund der wachsenden Stadt, der Abgas- und Klimaproblematik auch den letzten Autofans einleuchten. Hoffentlich auch dem Autor, Frank Drieschner. Und dabei vielleicht auch mal daran denken, dass man mit einem solchen Artikel gerade denen in die Hände spielt, die gar nicht so unglücklich darüber sind, dass sich hier leider fast nichts ändert. So herum kann man es auch sehen.

Kai Ammer

Ich möchte mehr Druck machen!
Gerne – hier KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen!

Post für unseren Bürgermeister, Demo

Liebe Freunde von KURS FAHRRADSTADT,

der Sommer ist da und mit ihm die Fahrradsaison wieder im vollen Gange. Gerade die letzte Critical Mass war bei bestem Wetter ein schöner Erfolg und die alljährliche Fahrradsternfahrt am 18. Juni steht kurz bevor.

Trotzdem gibt es jede Menge zu tun, denn Hamburgs Weg zur Fahrradstadt ist lang und steinig. Weil das andauernde Gerede und vor allem die ewige Selbstbeweihräucherung von Seiten der Stadt zur ach so tollen Fahrradstadt Hamburg nur noch nervt, deshalb reden wir ständig darüber. An dieser Stelle sei auf einen sehr guten Kommentar auf shz.de hingewiesen, der mich inspiriert hat: https://www.shz.de/regionales/hamburg/das-staendige-gerede-von-der-fahrradstadt-nervt-id16950791.html

Wir reden nicht nur ständig darüber, wir möchten auch handeln:
Lasst uns Bürgermeister Scholz zeigen, wie ernst wir es meinen. Ganz klassisch, auf dem Postweg. Senden wir ihm innerhalb von zwei Wochen hunderte Briefe, die ihn daran erinnern, dass Fahrradstadt mehr ist als nur das Gerede darüber. Wir haben euch dafür einen vorgefertigten Brief erstellt, den ihr downloaden könnt und gerne auch mit einem persönlichen Kommentar ergänzen könnt. So haben zudem auch all diejenigen die Möglichkeit, bei KURS FAHRRADSTADT mitzumachen, die bisher auf change.org nicht unterzeichnet haben.

Hier Brief downloaden – „Post für unseren Bürgermeister“:
https://kursfahrradstadt.wordpress.com/post-fuer-unseren-buergermeister/

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Mehr Infos zur Aktion „Post für unseren Bürgermeister“

Um unsere Entschlossenheit auch auf die Straße zu tragen und dort sichtbar zu machen, würde ich gerne eine Demo ins Leben rufen. Laut, deutlich und klar in der Botschaft. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich für dieses konkrete Vorhaben Unterstützung bekommen könnte. Bitte meldet euch dazu einfach über kursfahrradstadt@hamburg.de Vielen Dank!

Zuletzt wie immer die Bitte, diese News und die KURS FAHRRADSTADT Seiten unter Freunden und Bekannten weiterhin zu teilen und zu liken.

Ich wünsche einen guten Fahrrad-Sommer!

Beste Grüße
Kai Ammer