KURS FAHRRADSTADT: Demo fordert Sofortmaßnamen

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Letzten Sonnabend zeigten sich einige Straßen Eimsbüttels von einer eher ungewohnten, von ihrer ruhigen Seite. Etwas über 200 Radfahrende und Fußgänger waren trotz langem Pfingstwochenende, Fußball- und Prinz-Harry Hochzeitkonkurrenz dem Aufruf von KURS FAHRRADSTADT gefolgt und versammelten sich um 14 Uhr am Kaifu Ufer an der Bundesstraße. Die nächsten zweieinhalb Stunden zog die Demonstration über den Fußweg an der Isebek, Weidenstieg, Eppendorfer Weg, Goebenstraße, Im Gehölz / Schulweg, Osterstraße via Heußweg bis zum Fanny-Mendelssohn-Platz. Mit dabei Politiker von DIE GRÜNEN und DIE LINKE, Mitglieder des ADFC’s und vom Radentscheid Hamburg.

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Wir von KURS FAHRRADSTADT kommen zwar aus Eimsbüttel, haben aber den Anspruch, dass unser Engagement für ganz Hamburg verstanden wird. Deshalb war es ursprünglich nicht unsere Absicht, ein drittes Mal hier auf die Straßen zu gehen. Viel mehr hatten (und haben!) wir vor, auch in anderen Stadtteilen auf der Bildfläche zu erscheinen. Aber dann kam der folgenschwere Unfall – und wir sahen es als unsere Pflicht, nun erst recht erneut auf die Straßen vor unseren Haustüren zu gehen.

Bereits bei der Auftaktkundgebung durch uns machten wir klar, dass diese Demo mit vier konkreten Sofortforderungen an Senat, Verkehrsbehörde sowie die Bezirkspolitik einhergeht:

  1. Wir fordern großzügige Fahrradaufstellflächen auf Osterstraße, Eppendorfer Weg und Bundesstraße vor den KFZ/LKW Haltelinien an allen Kreuzungen, wo es keine separierten und geschützten Radwege gibt. Dies auch dann, wenn Buslinien diese Straßen befahren. Gleiches gilt für alle Straßen, die die oben genannten Straßen kreuzen.
  2. Wir fordern durchgehend Tempo 30 überall zwischen der Verbindungsbahn und Methfesselstraße, zwischen Fruschtallee und Hoheluftchaussee. Ohne Ausnahmen.
  3. Wir fordern den Rückbau von Parkplätzen auf einer angemessenen Länge vor Ampelkreuzungen jeweils auf den rechten Straßenseiten, sofern hier bisher welche eingerichtet sind. Radfahrende sollen so jederzeit die ungehinderte Möglichkeit haben, sich nach rechts auf den Gehweg zu retten, sollte neben ihnen plötzlich ein LKW auftauchen.
  4. Wir fordern den Rückbau der Bushaltestellentaschen der Linien 20 und 25 am Schulweg sowie deren Verlagerung direkt an den Fahrbahnrand. Dadurch wird Platz geschaffen, die Radwege an der Hauptverkehrsstraße separiert vom KFZ-, Bus- und LKW-Verkehr sicher über die Kreuzung zu führen.

Nach dem kurzen Auftakt verlagerte sich die Demo von der Wiese erstmalig auf die Fahrbahn, wo wir an der Fußgängerampel vorm Kaifu die erste Schweigeminute einlegten. Vor drei Jahren überlebte eine Joggerin den Unfall nicht, den ein bei Rot fahrendes Auto verursacht hatte.

Die erste Kundgebung fand im Eppendorfer Weg an der Ecke Henriettenweg statt. Hier treffen sich die Velorouten 2 und 13. Bernd Reipschläger vom ADFC Eimsbüttel erläuterte den geplanten Veloroutenausbau und forderte als Nächster Tempo 30 und verwies auf die Bestrebungen Tempo 30 generell innerorts zu etablieren.

Wenige Hundert Meter weiter wurde es wieder still. Eine gefühlt unendlich lange Minute schwiegen wir für die 33-jährige Mutter zweier kleiner Kinder, bis sie vor einigen Tagen von einem rechts abbiegenden LKW auf ihrem Fahrrad an der Osterstraße getötet wurde. Auch hier legten wir Blumen nieder, wie selbstverständlich auch beiden anderen Unfallstellen.

Weiter marschierte die Demo nun durch den Eppendorfer Weg bis zum Kreisel an der Goebenstraße. Jahrelang ist Tempo30 hier eine durch breite Schichten getragene Forderung – passiert ist nichts. Peter Gutzeit aus der Fraktion DIE LINKE in der Eimsbütteler Bezirksversammlung mahnte an dieser Stelle die unverzügliche Umsetzung dieser Forderung an. Tempo30 mitten in belebten urbanen Quartieren ist nicht irgendetwas – sondern kann Leben retten. Ab morgen schon. (Hier könnt ihr Peters Redebeitrag lesen)

Noch einmal wurde es totenstill, als danach der Ring 2 für den Verkehr gesperrt wurde und die Glocke die 3. Schweigeminute einläutete. 2011 starb hier eine Radfahrerin, ebenso durch einen rechts abbiegenden LKW.

Wie schön und ruhig es Im Gehölz tagsüber sein kann, wenn mal keine Autos fahren, merkten wir, als wir unter all den großen Bäumen, die dort noch stehen, weiter Richtung Osterstraße zogen. Die meisten hatten Räder dabei, die sie schoben, damit auch die mitkommen konnten, die ohne Räder dabei waren. Schön fanden wir, dass viele Eltern ihre Kinder mitbrachten und dass neben Peter Gutzeit und Anjes Tjarks auch Martin Bill, der Verkehrspolitische Sprecher und Till Steffen, Justizsenator, beide von DIE GRÜNEN, ebenso an der Demo teilgenommen hatten.

An der Bushaltestelle Schulweg übernahm KURS FAHRRADSTADT die dritte Kundgebung selbst. Denn diese neu gebaute Bushaltestelle sowie die Radwegführung hier ist eine Paradebeispiel dafür, wie man „Vision Zero“, also der Strategie, möglichst keine Verkehrstoten mehr zuzulassen, völlig ignoriert. Kai vom Team KURS FAHRRADSTADT klärte über die Hintergründe und Entstehung von Vision Zero auf. Zudem sprachen wir hier noch einmal eindringlich an, dass der Ansatz, besser gesehen zu werden, wer auf der Fahrbahnen radelt, Nonsens ist. (Unseren Redebeitrag könnt ihr hier nachlesen)

Über die Osterstraße ging es als nächstes zur Ecke an der Emilienstraße. Wir haben uns sehr gefreut, dass Anjes Tjarks, Fraktionschef von DIE GRÜNEN in der Bürgerschaft, hier als Gastredner auf der vierten Kundgebung auftrat. Er klärte die Demoteilnehmer über das Thema auf, welches gerade in den letzten Tagen wieder ganz oben auf der politischen Agenda steht: Elektronische Abbiegeassistenten für LKW, für die sich insbesondere Hamburg stark einsetzt. Anjes Rede könnt ihr hier sehen:

Einmal um die U-Bahn herum, stellte Günther Reimers am Kreisel Heußweg den Radentscheid Hamburg vor und erinnerte daran, dass es vor allem Frauen sind, die aufgrund eines natürlichen Urvertrauens eher davon ausgehen, „dass der/die andere mich schon sehen wird“ und genau darum auch meistens die Opfer solcher Unfälle werden. An allen drei Orten, an denen wir Schweigeminuten einlegten, starben Frauen auf Eimsbüttels Straßen.

Kurz darauf baten wir am gut besuchten Fanny-Mendelssohn-Platz unsere Gäste Anjes Tjarks, Peter Gutzeit und Bernd Reipschläger zu uns nach vorne, um sie dort mit unseren Fragen zu konfrontieren:

„Grundsätzlich soll es in Hamburg immer allen gerecht gemacht werden, niemand soll in seinen Mobilitätsgewohnheiten eingeschränkt werden. So wird es nichts mit der Verkehrswende. Sind Sie bereit, Autofahrern Raum zu nehmen, um ihn Rad- und Fußverkehr zukommen zu lassen?“

Alle antworten mit ‚Ja‘.

„Was werden Sie spätestens Dienstag (nach Feiertag) für eine Entschärfung in die Wege leiten? / Was werden Sie persönlich konkret tun, damit sich der Zustand auf den Straßen kurzfristig bessert?“

Anjes antwortete darauf: „Ich werde am Dienstag auf die SPD Fraktion zugehen, um das Thema Fahrradaufstellflächen zu forcieren“.

Ohne Frage, das sind die Antworten, die wir hören wollten. Und es sind die Antworten, denen jetzt unverzüglich auch Taten folgen müssen. Einfach wieder Hamburg-typisch nur ein wenig Farbe in die Hände zu nehmen und über Jahre abgefahrene Striche und Linien hastig auf der Kreuzung am Eppendorfer Weg nachzuzeichnen, kann in keinster Weise als ernsthafte Maßnahme, geschweige denn einer Besserung der miesen Radfahrbedingungen bezeichnet werden. Hier muss jetzt mehr passieren! Damit solche Unfälle möglichst nicht wieder passieren – wenigstens das sollten wir alle, also auch Behörden, Politik und Stadt, den viel zu früh Gestorbenen schuldig sein.

So sehr wir es gerne tun würden – wir können die Unfälle nicht rückgängig machen.  Aber wir können anfangen, das Leben für uns alle angenehmer und sicherer zu gestalten. Wir können anfangen, ab sofort so zu planen und zu bauen, dass zuerst der Mensch, dann der Mensch auf dem Fahrrad, und erst danach alles andere an der Reihe ist. Um die Schwächsten gut zu schützen. Mit Vision Zero und Tempo 30. Nicht nur in Eimsbüttel – sondern überall in Hamburg.

Wir danken allen, die uns geholfen und unterstützt haben, wir danken allen, die mit uns zusammen auf die Straßen gegangen sind und Frau Burmester vom gleichnamigen Blumengeschäft in der Osterstraße für 3 wunderbare Sträuße, die sie uns für diesen guten Zweck geschenkt hat.

Dass unsere Arbeit nicht weniger, sondern eher mehr wird, zeigt schon der nächste Unfall in Wellingsbüttel und gestern die Meldung aus Berlin, dass die SPD die Umsetzung des bereits verhandelten Konsens beim Fahrradgesetz durch das Platzen lassen der letzten Verhandlung im dortigen Verkehrsausschuss erneut verzögert, um sich den Autofahrern wieder anzubiedern. Es gibt so viel zu tun und immer wieder ist es ein Kraftakt, Aktionen auf die Beine zu stellen. Wir freuen uns darum immer über Unterstützung auch im Kreis der Aktiven. Meldet euch einfach bei uns.

Zu guter Letzt: Alle, die KURS FAHRRADSTADT noch nicht kennen, können sich hier über unseren Hintergrund informieren. Wir sammeln nämlich online Unterschriften für Hamburgs Bürgermeister, damit dieser sich mutig an gebotene Änderungen herantraut. Je mehr KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen, desto mehr Rückhalt gibt es uns – und Bürgermeister Peter Tschentscher, ab nun das Richtige zu tun.
Hier gerne KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen.
Bitte verbreitet und teilt diesen Beitrag. Danke.

Radelt immer schön vorsichtig!

Christine, Jörn, Andreas, Meike und Kai von
KURS FAHRRADSTADT

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Hamburger Medien zur KURS FAHRRADSTADT Demo:

Szene Hamburg vorab:
http://szene-hamburg.com/fahrraddemo-eimsbuettel/

Hamburger Abendblatt vorab:
https://www.abendblatt.de/hamburg/article214333259/Fahrrad-Demonstration-fuer-mehr-Sicherheit.html

Elbe Wochenblatt (von Kai):
https://www.elbe-wochenblatt.de/2018/05/17/kurs-fahrradstadt-demo-am-19-mai/

Nachberichte:
Hamburg Journal 19:30 h: Vom 19. Mai 2018
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Hamburg-Journal,sendung774528.html

NDR 90,3: Vom 19. Mai 2018
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Fahrradfahrer-demonstrieren-fuer-sichere-Wege,fahrraddemo126.html

NDR 90,3: Zweiter Beitrag vom 19. Mai 2018
https://www.ndr.de/903/Nachrichten,audio407828.html

Hamburg1: Vom 19. Mai 2018
http://www.hamburg1.de/nachrichten/35786/Demonstration_von_Kurs_Fahrradstadt.html

Hamburger Abendblatt: Vom 19. Mai 2018
https://www.abendblatt.de/hamburg/eimsbuettel/article214334319/Fahrradfahrer-demonstrieren-fuer-mehr-Sicherheit.html

MOPO: Vom 20. Mai 2018
https://www.mopo.de/hamburg/rad-demo-in-eimsbuettel-schweigen-fuer-mehr-sicherheit-30430086

Am Sonntag, 20. Mai 2018, landeten wir mit einer NDR News zudem im Fahrgastfernsehen der U-Bahnen. Am Dienstag, 22. Mai schafften wir es auch noch in den ZEIT Newsletter „Elbvertiefung“.

MOPO vom 26. Mai 2018,
Der Traum aller Radler Tempo-Limits und geschützte Wege bald auch in Hamburg?
https://www.mopo.de/hamburg/der-traum-aller-radler-tempo-limits-und-geschuetzte-wege-bald-auch-in-hamburg–30519296

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#Privatparkplatz?

Neues Jahr, und das Drama geht weiter. Die Rede ist von Falschparkenden, die in vielen Teilen Hamburgs, allen voran in den dicht besiedelten und eng bebauten Altbaustadtteilen wie Eimsbüttel, Ottensen, Eppendorf, Rotherbaum, um nur wenige Beispiele zu nennen,  zu einer echten Plage geworden sind.

Nicht nur, dass die Blechschwemme für Staus auf den Straßen sorgt, sie erdrückt, wenn sie mal nicht gerade unterwegs ist, gnadenlos jeden Quadratzentimeter Freifläche in der Stadt. Nicht unterwegs ist diese Blechschwemme bekanntermaßen etwa 23 Stunden am Tag und mit Freiflächen sind vor allem Fuß- und Radwege, Kreuzungsbereiche, Plätze, straßennahe kleine Biotope und sonstige Grünanlagen gemeint.

780.000 KFZ, die aktuell in Hamburg zugelassen sind, müssen natürlich irgendwo parken. Vielleicht sind diese Automengen für Hamburg aber schlicht zu groß, wie das Bild, welches besagte Viertel Tag für Tag aufs Neue liefern, schonungslos zeigt. Vielleicht ist es an der Zeit, etwas dafür zu tun, die Autos langsam in ihrer Anzahl zu reduzieren. Das geht. Durch den Ausbau von öffentlichem Nahverkehr, einer deutlichen Attraktivitätssteigerung des Radverkehrs, für den Raum zur Verfügung gestellt wird, um sichere und gute Radwege zu bauen sowie durch mehr öffentlichen Raum, der für Plätze und autofreie Zonen hergerichtet wird. Gleichzeitig und im Gegenzug müssen Parkplätze im größeren Stil zurückgebaut werden sowie das Autofahren in der Stadt an sich unattraktiver werden. Der Hamburger CDU Verkehrsexperte Dennis Thering, der genau wie wir sichere Radwege fordert, dürfte sich freuen.

Nun, mit dem Bau neuer Radwege ist Hamburg ganz fleißig dabei, wobei leider oftmals an den Bedürfnissen der Radfahrenden vorbei gebaut wird – aber das ist ein anderes Thema.

Allein was eindeutig fehlt, sind weitere Schritte, das Halten eigener Stadtautos vermehrt in Frage zu stellen. Die Mittel dazu sind ganz einfach: Aufzetteln, abschleppen und zupollern, was nicht unbedingt für Radfahrende und Fußgänger frei bleiben muss. Ein wenig komplizierter, aber auch machbar: Verstärktes Anwohnerparken sowie kostenpflichtiges Parken überall in der Stadt. Noch ein bisschen schwieriger, aber gewiss nichts Unmögliches stellt schließlich eine Citymaut dar bzw. gleich die komplett autofreie Innenstadt, wie sie etwa Oslo in den nächsten Jahren anstrebt. Letzteres sind  Dinge, von denen die Hamburger zunächst höchstens weiter träumen können; die einfachen Methoden allerdings sollten und müssen machbar sein.

Kurz nach dem Schulbeginn ist das Thema sicherer Schulweg wie jedes Jahr wieder auf die Tagesordnung gekommen und viele waren geschockt von den hohen Unfallzahlen mit Kindern auf unseren Straßen. In Presse und Schulen werden Tipps gegeben, wie sie möglichst sicher zur Schule kommen, Verkehrserziehungspolizisten und der Kasper geben sich redlich Mühe, damit die Steppkes ja keine Fehler machen. Nur wieso müssen eigentlich immer die Kleinen herhalten und sich anpassen an das Fehlverhalten der Erwachsenen?

Warum nicht all das mal umdrehen und den Großen sagen, wo Schluss mit lustig ist? Denn sie – nur sie! – sind diejenigen, die diese Probleme erst schaffen. Wäre es nicht mal an der Zeit, damit zu beginnen, sie, und nicht die Kinder zu erziehen?

Nicht nur mit seltenen „Achtung, Schule hat begonnen!“ Bannern, sondern vor allem mit nervigen, früher oder später kostspieligen Knöllchen und regelmäßigen Abschlepp-Razzien?

Es ist schön, begrüßenswert und gut, wenn zumindest der Bezirk Eimsbüttel langsam beginnt, wach zu werden und nun durch sichere Rad-Schulwege sogar zu einer Kinder-Fahrradstadt werden möchte. Das Albrecht-Thaer-Gymnasium in Stellingen und die Grundschule Turmweg in Harvestehude sind nun als Pilotprojektschulen auserwählt, um gemeinsam mit den SchülerInnen entsprechende Schulradwegpläne zu entwickeln und Bezirksamtsleiter Gätgens wird gebeten, dabei ordentlich behilflich zu sein. Man darf gespannt sein, bis an welche Ecke der Schulradweg-Atem für’s Erste reicht. Nur was nützt all das, solange grundsätzliche Probleme nicht ernsthaft angegangen werden?

Unsere nächste Grundschule ist die Grundschule Rellinger Straße, gleich nebenan befindet sich eine Kita. Es befinden sich viele Spielplätze in der nahen Umgebung und sehr viele Familien mit Kindern wohnen hier.

Seit einigen Wochen dokumentieren wir, was auf den „Privatparkplätzen“ direkt in unserer Straße so los ist. Erstaunlich ist dabei, wie dreist resistent einige doch sind und immer wieder ihre fahrbaren Untersätze auf die gleichen Plätze stellen – Hauptsache bloß nicht weit zur eigenen Haustür laufen zu müssen. Dabei wird das Blockieren von Kreuzungen, Fuß- und Rettungswegen rücksichtslos in Kauf genommen und die Stadt sieht zu und tut – nichts. Durch dieses Nichtstun toleriert die Stadt, dass alle übrigen Verkehrsteilnehmer und Anwohner hier das Nachsehen haben und sogar unnötig gefährdet werden. Muss das wirklich sein, Kinder-Fahrradstadt Hamburg Eimsbüttel?

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Solange die Stadt ihren Aufgaben offensichtlich nicht hinterher kommt, darf dem Ordnungsamt gerne dabei geholfen werden. Tue Gutes für dich und deine Stadt, denn mit mehr Einnahmen können schöne und nützliche Dinge finanziert werden. Neue Poller und Fahrradbügel zum Beispiel.

Macht Fotos vom „Privatparkplatz“ und heftet es an eine Mail mit folgendem Inhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

       hiermit erstatte ich Anzeige wegen Falschparkens wie folgt:

Tattag: Hamburg, x. Januar 2018, xx:xx Uhr
Kfz-Kennzeichen: xx xx xxxx

Tatort: XX Straße / Kreuzung XXstraße
xxxxx Hamburg

Genauer Tatvorwurf: Dieses KFZ blockiert den Fußweg / Schulweg im
Kreuzungsbereich.

oder:
Parkt auf dem Radweg
Parkt mitten im Kreuzungsbereich
Zerstört ein Biotop
Versperrt Einfahrten/Rettungswege
Tut meinen Augen weh (naja…)

Vollständiger Name und Anschrift des Anzeigenden:
xyz
xyz
Beweisfoto, aus dem Kennzeichen und Tatvorwurf erkennbar hervorgehen:
siehe Anhang

Mit freundlichen Grüßen

xyz

Das ganze geht an folgende Adresse:
anzeigenbussgeldstelle@eza.hamburg.de

Wer mag, lädt seine Bilder (aber Nummernschild dann schwärzen!) auch auf twitter hoch mit #Privatparkplatz #Hamburg #Stadtteil. Wenn’s richtig schlimm ist, auch mal eine Mail an polizeioeffentlichkeitsarbeit@polizei.hamburg.de senden.

Freie Wege für Fußgänger bedeuten, auch der Fahrradstadt ein Stückchen näher zu kommen. Denn Städte, die nett zu ihren Fußgängern sind, sind meistens auch nett zu ihren Radfahrern, sagt Jan Gehl.
Er wird es wissen.

 

KURS FAHRRADSTADT
Noch nicht unterzeichnet? Dann aber los jetzt! Über 3.000  sind schon dabei.
https://www.change.org/p/kurs-fahrradstadt-fahrradstadt-konsequent-bauen-statt-radler-neuen-gefahren-auszusetzen 

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Zweite Rad-Demo: „Wir schenken uns ’nen Radweg“ am 2.12.2017

Moin zusammen,

die erste KURS FAHRRADSTADT Demo war ein voller Erfolg und hat es – sicher auch dank der Osterstraßen-Eröffnung – in überproportional viele Medien, TV und Presse geschafft. Allen Teilnehmenden war die Lust an der Aktion anzusehen.

Weil es so gut war und wir glauben, dass es sogar noch besser geht, gibt es am Sonnabend, den 2. Dezember, um 12:00 Uhr die zweite Rad-Demo auf der Osterstraße. Diesmal legen wir noch eine Schippe drauf und richten einen provisorischen, breiten Zweirichtungsradweg ein. Dafür sperren wir die halbe Fahrbahn ab und machen die Osterstraße zur Einbahnstraße. Denn wir wollen, dass der Verkehr in ruhigen Bahnen fließen kann. Dazu benötigen die verschiedenen Verkehrsträger jeweils eigene, sichere Verkehrsräume. Passend zum Weihnachtsshopping in der Einkaufstraße schenken wir uns selber einen tollen Radweg und machen diesen Teil der Osterstaße so zu einem kleinen „Mobilitätslabor“.

Die neue Osterstraße wird noch immer kontrovers diskutiert und steht hamburgweit sowie aufgrund der Nominierung zum deutschen Verkehrsplanungspreis 2017 bundesweit im Fokus der Aufmerksamkeit. Der hohe Symbolwert dieser Straße ist der Grund, weshalb wir hier zu einer zweiten Rad-Demo aufrufen.

Bringt wieder Dosen, Pömpel und Co mit, werft euch und eure Räder in weihnachtliche Schale, kommt zahlreich in rot und gut bemützt. Wir freuen uns auf euch.

Auch freuen wir uns sehr über jede unkomplizierte Hilfe vor Ort, um auch die zweite Rad-Demo zu einem Erfolg zu machen. Alle, die uns gerne unterstützen möchten, laden wir ein, sich kurz einmal auf der „Mitmachen“-Seite von KURS FAHRRADSTADT umzusehen. Alle weiteren Infos findet ihr dort.

Kai und das Team von KURS FAHRRADSTADT

Was natürlich immer geht:
KURS FAHRRADSTADT auf unterzeichnen – wir sind bald 1.800!
Hier: Petition KURS FAHRRADSTADT auf change.org

Bitte teilt, liked und retweetet diesen Rad-Demo Aufruf in euren Netzwerken – vielen Dank!

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Rad DEMO am 5.11.2017 „Gefahrengebiet Schutzstreifen entschärfen“

Am kommenden Sonntag, 5. November 2017, ruft die Aktion „KURS FAHRRADSTADT“ zur Fahrraddemo für mehr Radfahrsicherheit in Hamburg auf. Treffpunkt: Osterstraße / Ecke Hellkamp um 13.00 Uhr.

Kurz zuvor wird der mehrjährige Umbau der Osterstraße um 12.00 Uhr auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz an der U-Bahn Haltestelle für beendet erklärt. Die neue Flaniermeile wird dann offiziell durch Eimsbüttels Bezirksamtschef Kay Gätgens und den Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Andreas Rieckhof, eingeweiht. Im Anschluss soll es ein „kleines Rahmenprogramm“ geben. Nachdem sie sich gefeiert haben, wollen wir wenige Meter weiter um 13.00 Uhr zeigen, was der Umbau uns Radfahrenden gebracht hat – nämlich nicht einmal mehr Schutzstreifen.

Daher sorgen wir für ein großes Rahmenprogramm und bauen uns selber eine Protected Bike Lane! Seid kreativ, bringt Klobürsten, Pömpel, Kegel, Hütchen, Kuscheltiere, Räder, Lastenräder, Radanhänger, Plakate, Tempo30 Schildchen und einfach gute Laune mit, auf dass wir alle gemeinsam das Gefahrengebiet „Schutz“streifen entschärfen können.

Die Osterstraße steht stellvertretend für viele neue Bauvorhaben, bei denen Radfahrende höchstens die zweite, wenn nicht gar die dritte Geige spielen. Damit muss in Hamburg Schluss sein! Fast 1.700 Menschen fordern daher bis heute unseren Ersten Bürgermeister auf, Prioritäten in der Verkehrspolitik endlich neu zu setzen. Auch du kannst dich einreihen und mitmachen: KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen und am Sonntag zur Rad-Demo kommen.

Wir sehen uns auf der Osterstraße!

Kai Ammer und Team KURS FAHRRADSTADT

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Warum, weshalb, wieso?
Hintergründe zum Thema findet ihr in unserem KURS FAHRRADSTADT FAQ