„Wünsch dir was“ war gestern!

+++ RAD-DEMO am 2.12., 12:00 Uhr, Osterstraße Ecke Schwenckestraße +++

Moin Moin,
in vier Tagen ist es soweit und wir treffen uns auf der Osterstraße / Ecke Schwenckestraße am 2.12. um 12:00 Uhr zur zweiten KURS FAHRRADSTADT Rad-Demo. Dann schenken wir uns einfach einen prima Radweg und richten spontan ein, was sich die Behörden nicht mal testweise trauen: Einen vom übrigen Verkehr sicher getrennten Zweirichtungsradweg.

Wir müssen unser Unverständnis über schlechte Radverkehrswege und Planungen deutlich zum Ausdruck bringen – erst Recht, solange die Stadt weiterhin rückwärtsgewandt meint, dass das Auto auch in Zukunft die Hauptrolle spielen soll. Sehr schön zu sehen ist das am neuen Planungsstand zum Umbau der Kreuzung Hudtwalckerstraße / Bebelallee / Sierichstraße in Winterhude. Nicht nur, dass vorhandene Radwege mal wieder „zurückgebaut“ werden, was heisst, dass sie auf die Fahrbahn gepinselt werden, sondern auch sonst macht die Planung deutlich klar, wo hier die Prioritäten liegen. Auf guten Bedingungen für den Radverkehr jedenfalls nicht. Während KFZ über im Großen und Ganzen weiterhin alle Fahrspuren verfügen sollen, müssen Radfahrende sich dann mit indirektem Abbiegen, viel zu kleinen Wartetaschen und einer wilden Pinselei auf der Kreuzung begnügen – und das, obwohl über diese Kreuzung auch noch eine Veloroute führt. Zu besichtigen ist das alles hier:
https://sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de/bi/___tmp/tmp/45081036647176271/647176271/01161504/04-Anlagen/02/Anlage2zuDrs20-4885neu.pdf

So geht keine Fahrradstadt, so wird Zukunft teuer verspielt und weiterhin unnötig Unversehrtheit und Leben von Radfahrenden auf’s Spiel gesetzt. So steigt niemand gerne auf das Fahrrad um. Was hier eindrucksvoll zur Schau gestellt wird, ist wie leider viel zu oft in dieser „Fahrradstadt“ die völlige Ignoranz gegenüber den mehr als berechtigten Bedürfnissen der Radfahrenden.

Deshalb demonstrieren wir für mehr Flächengerechtigkeit, für sichere und gute Radwege in Hamburg, diesmal noch einmal an der Osterstraße, demnächst auch an anderen Orten in Hamburg.

Kommt bitte zahlreich zur Rad-Demo und vergesst – wenn ihr habt – auf keinen Fall Weihnachtsmannanzüge und rote Mützen.
Wir zählen auf euch 🙂

Beste Grüße,
Kai und das Team KURS FAHRRADSTADT

PS: Wer uns während der Demo ein wenig behilflich sein möchte, kommt einfach um 11:30 zum Demo-Treffpunkt an der Osterstraße 136. Wir sehen uns an der Ecke und freuen uns über jede Hilfe.

Zum Demo-Aufruf: (bitte teilen)
https://kursfahrradstadt.wordpress.com/2017/11/23/zweite-rad-demo-wir-schenken-uns-nen-radweg-am-2-12-2017/

KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen:
https://www.change.org/p/kurs-fahrradstadt-fahrradstadt-konsequent-bauen-statt-radler-neuen-gefahren-auszusetzen

Zweite Rad-Demo: „Wir schenken uns ’nen Radweg“ am 2.12.2017

Moin zusammen,

die erste KURS FAHRRADSTADT Demo war ein voller Erfolg und hat es – sicher auch dank der Osterstraßen-Eröffnung – in überproportional viele Medien, TV und Presse geschafft. Allen Teilnehmenden war die Lust an der Aktion anzusehen.

Weil es so gut war und wir glauben, dass es sogar noch besser geht, gibt es am Sonnabend, den 2. Dezember, um 12:00 Uhr die zweite Rad-Demo auf der Osterstraße. Diesmal legen wir noch eine Schippe drauf und richten einen provisorischen, breiten Zweirichtungsradweg ein. Dafür sperren wir die halbe Fahrbahn ab und machen die Osterstraße zur Einbahnstraße. Denn wir wollen, dass der Verkehr in ruhigen Bahnen fließen kann. Dazu benötigen die verschiedenen Verkehrsträger jeweils eigene, sichere Verkehrsräume. Passend zum Weihnachtsshopping in der Einkaufstraße schenken wir uns selber einen tollen Radweg und machen diesen Teil der Osterstaße so zu einem kleinen „Mobilitätslabor“.

Die neue Osterstraße wird noch immer kontrovers diskutiert und steht hamburgweit sowie aufgrund der Nominierung zum deutschen Verkehrsplanungspreis 2017 bundesweit im Fokus der Aufmerksamkeit. Der hohe Symbolwert dieser Straße ist der Grund, weshalb wir hier zu einer zweiten Rad-Demo aufrufen.

Bringt wieder Dosen, Pömpel und Co mit, werft euch und eure Räder in weihnachtliche Schale, kommt zahlreich in rot und gut bemützt. Wir freuen uns auf euch.

Auch freuen wir uns sehr über jede unkomplizierte Hilfe vor Ort, um auch die zweite Rad-Demo zu einem Erfolg zu machen. Alle, die uns gerne unterstützen möchten, laden wir ein, sich kurz einmal auf der „Mitmachen“-Seite von KURS FAHRRADSTADT umzusehen. Alle weiteren Infos findet ihr dort.

Kai und das Team von KURS FAHRRADSTADT

Was natürlich immer geht:
KURS FAHRRADSTADT auf unterzeichnen – wir sind bald 1.800!
Hier: Petition KURS FAHRRADSTADT auf change.org

Bitte teilt, liked und retweetet diesen Rad-Demo Aufruf in euren Netzwerken – vielen Dank!

flyer_wünsch dir was

Gefahrengebiet entschärft – Rad Demo auf der Osterstraße

Liebe alle,

für die Osterstraße war es gestern ohne Frage ein turbulenter Tag. Wir von KURS FAHRRADSTADT waren daran nicht ganz unschuldig.

Etwa 100 Leute waren unserem Demoaufruf gefolgt. Sie kamen mit ihren Rädern, brachten Klobürsten, Pömpel, Blumenpötte und Dosen mit. Um 13 Uhr besetzten wir ab der Ecke Hellkamp den Fahrrad-Nichtmal-“Schutz“streifen und trennten ihn auf einer Breite von etwa 1,50 Metern vom übrigen Autoverkehr ab. Auf einer Länge von etwa 100 Metern war ab nun aus einem traurigen „Scherzstreifen“ ein Radweg geworden, den die wartenden Radfahrer im nächsten Moment begeistert in Beschlag nahmen. Endlich konnte hier drauflos geradelt werden, jung und alt schwang sich auf den Sattel, ohne die neue Dauerangst im Nacken zu haben, gerade hier an dieser Stelle ständig von Autos geschnitten, abgedrängt oder ausgebremst zu werden. Diverse Journalisten versammelten sich an der Straße und Autos bekamen zu spüren, was sonst den Radfahrenden vorbehalten ist – sie mussten warten und sich gegenseitig durchlassen. Kurz später hielt es die Polizei für angemessener, stadtauswärts einfach gar keine Autos mehr passieren zu lassen.

Neugierigen Passanten und Demoteilnehmenden erläuterten wir die Hintergründe, die letztlich zu dieser Verschlimmbesserung führten und warben für die Ziele von KURS FAHRRADSTADT sowie weitere Unterschriften für die Online-Petition bei change.org. Den nächsten Schritt Richtung 2.000 haben wir erreicht – die 1.700 sind mittlerweile eingetütet. (Ich möchte dabei sein und auch unterzeichnen!)

 

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Danke, Team „@RadwegH“/twitter!

Eine Stunde zuvor wurde einige Meter weiter rauf die „preisgekrönte“ Osterstraße durch Eimsbüttels Bezirkschef Kay Gätgens und den Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Andreas Rieckhof, eingeweiht. Während der Selbstbeweihräucherungsaktion vor vergleichsweise eher spärlichem Publikum hielten wir bereits Plakate hoch, „Stoppt den Autowahnsinn“, „Osterstraße – Augen zu und alle durch“, „Hier radelt jetzt die Angst mit!“ oder auch, in Anspielung auf die Tatsache, dass unsere Staustadt 2021 Gastgeber des Welt-Mobilitätskongresses ist, „Danke, City of Solutions“. Für Rieckhof dagegen ist der Umbau sehr gelungen, er sieht hier die Zukunft von Hamburger Geschäftsstraßen. Uns demonstrierenden Radfahrenden sagte er: „Auch Hardcore-Fahrradfahrer, wenn sie nicht mit Blindheit geschlagen sind, müssen sehen, dass sich viel verbessert hat“. Damit ist er in guter Gesellschaft mit dem Hamburger Fahrradclub adfc, der in seiner Pressemitteilung in höchsten Tönen von der neuen Boulevardstraße und dem tollen Raderlebnis spricht, welches man hier erleben könne.

Ich hätte dazu auf unserer Demo gerne noch einiges gesagt. Leider fiel aber die Lautsprecheranlage aus, was dem Spaß am neuen Radweg jedoch nicht minderte.

Deshalb möchte ich auf zwei Dinge noch einmal eingehen:
Nein, Herr Rieckhof, wir sind weder Hardcore-Fahrradfahrer noch sind wir blind. Selbstverständlich nehmen wir zur Kenntnis und freuen uns auch aufrichtig darüber, dass die Umgestaltung dieser Straße für Fußgänger mehr als nur Verbesserungen gebracht hat. Ohne Frage hat die Aufenthaltsqualität deutlich zugenommen. Das ist gut, aber das war es leider auch schon. Was Radfahrende, und – ja, sogar Autofahrende betrifft, hat sich schlicht vieles verschlechtert. Damit meine ich noch nicht einmal den Abbau von vielen Parkplätzen. Oder meinen Sie, dass es für KFZ-Lenkende einfacher wird, im engen und belebten Straßenkorsett der Osterstraße den Überblick und Nerven zu behalten? Die Feierlichkeiten rund um die Eröffnung an diesem verkaufsoffenen Sonntag lieferten auch gleich die passenden Bilder: Menschentrauben sammeln sich um Musiker herum, laufen, stehen und tanzen halb auf der Straße. Es könnte so schön sein. Nur leider scheint in diesem Bild in Hamburg etwas zu fehlen, wenn nicht vorbeirauschende Autos im Vordergrund zu sehen sind. Schade.

Zweitens wurde ich des öfteren gefragt, warum wir gerade hier unsere Protected Bike-Lane eingerichtet haben. Hier, wo die Osterstraße dafür überhaupt gar keinen Platz hergeben würde.

Einerseits ist es unser Anliegen, schlicht auf die quasi nicht vorhandene Fahrradinfrastruktur hinzuweisen, die an dieser Stelle eindrucksvoll zu begutachten ist. Zu verdanken ist dieser kümmerliche Rad-Nixweg wohl einem Kompromiss. Ein Kompromiss, der es allen Verkehrsbeteiligten gleich recht machen wollte, kann auf einer so engen Straße nicht funktionieren und hat somit einer wirklichen Stärkung des Zentrums von Eimsbüttel buchstäblich den Weg verbaut. Andererseits ist diese völlige Fehlplanung in unseren Augen nur eine von vielen, für deren Vermeidung sich KURS FAHRRADSTADT in seinen Forderungen an unseren Bürgermeister einsetzt. Sinnvolle Entscheidungen und Maßnahmen zu Gunsten eines priorisierten Umweltverbundes und diese auch gegen Widerstände durchzusetzen, sind daher Kernforderungen der Online Petition KURS FAHRRADSTADT.  Dies war der Grund für das Entschärfen des „Gefahrengebiets Schutzstreifen“ durch Klobürsten und Co..

Ganz nebenbei spielte sich während der Rad-Demo ein Szenario ab, welches wahrscheinlich den Wenigsten wirklich aufgefallen war: Eine dreiviertel Stunde lang war dieser Osterstraßenabschnitt defacto zur Einbahnstraße geworden. Übrigens eine Variante, die vor dem Umbau auch gefordert und abgelehnt wurde sowie eine ganze Menge im Gepäck hat: Zusätzlichen Freiraum.

Wir – und ich – haben uns sehr über die erste große, eigenständige und gelungene Outdoor-Aktion gefreut. Danke an alle, die dabei waren und geholfen haben! Wir freuen uns auch über ein beachtliches Medienecho (siehe Links ganz am Ende dieser News). In Zukunft wird KURS FAHRRADSTADT sicher öfter auf den Straßen und Radwegen unserer Stadt präsent sein, um vor allem für eines zu werben: Für eine Stadt, die durch Lebensqualität begeistert. Für eine Stadt, in der Radfahren wieder mehr wird als nur von A nach B zu kommen. Für eine Stadt, in der es einfach wieder richtig Spaß bringt, sich auf’s Rad schwingen.

Bis dahin stellen wir uns im Traum einfach mal vor, dass das, was im folgenden Video zu sehen ist, in Hamburg und nicht in Vancouver ist…..

KURS FAHRRADSTADT muss in ganz Hamburg präsent werden – nicht nur im Netz, auch auf der Straße!

Wo könnte oder sollte die nächste KURS FAHRRADSTADT Aktion stattfinden, und wie? Ideen, Anregungen, Mitmachen, alles geht – meldet euch gerne!
kursfahrradstadt@hamburg.de

Jetzt schnell KURS FAHRRADSTADT unterzeichnen?

Demo und Osterstraßeneröffnung in den Medien:

Mopo: 5.11.2017
„Demo in Eimsbüttel: Radfahrer protestieren gegen umgebaute Osterstraße“
https://www.mopo.de/28770074 ©2017

Hamburger Abendblatt: 5.11.2017
„Eimsbüttel feiert die preisgekrönte neue Osterstraße“
https://www.abendblatt.de/hamburg/eimsbuettel/article212446489/Eimsbuettel-feiert-die-preisgekroente-neue-Osterstrasse.html

NDR: 5.11.2017
„Wiedereröffnung und Rad-Demo in der Osterstraße“
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Neueroeffnung-und-Rad-Demo-in-der-Osterstrasse,osterstrasse146.html

Bild: 5.11.2017
„Ende gut – alles gut in der neuen Osterstraße“
http://www.bild.de/regional/hamburg/bauarbeiten/ende-gut-alles-gut-in-der-osterstrasse-53743134.bild.html

Eimsbütteler Nachrichten: 6.11.2017
„Osterstraße feierlich eingeweiht – inklusive Fahrraddemo“
https://www.eimsbuetteler-nachrichten.de/osterstrasse-feierlich-eigeweiht-fahrraddemo/

ZEIT Online – Elbvertiefung Newsletter, 3.11.2017
„Hamburg will ab 2025 keine Kohle mehr“
http://www.zeit.de/hamburg/2017-11/elbvertiefung-03-11-17

ZEIT Online – Elbvertiefung Newsletter, 6.11.2017
„Wird Hamburg zur Ballermann-City?“
http://www.zeit.de/hamburg/2017-11/elbvertiefung-06-11-17

Pressemitteilung adfc Hamburg zum Umbau der Osterstraße, 3.11.2017
„Osterstraße nach Umbau: Viel besser als vorher, aber nach wie vor nicht konfliktfrei“
https://hamburg.adfc.de/news/osterstrasse-nach-umbau-viel-besser-als-vorher-aber-nach-wie-vor-nicht-konfliktfrei/

Nahverkehr HAMBURG, 7. 11. 2017
„Umbau der Osterstraße ist fertig – und es gibt Kritik“
http://www.nahverkehrhamburg.de/umbau-der-osterstrasse-ist-fertig-und-es-gibt-kritik-8844/

Rad DEMO am 5.11.2017 „Gefahrengebiet Schutzstreifen entschärfen“

Am kommenden Sonntag, 5. November 2017, ruft die Aktion „KURS FAHRRADSTADT“ zur Fahrraddemo für mehr Radfahrsicherheit in Hamburg auf. Treffpunkt: Osterstraße / Ecke Hellkamp um 13.00 Uhr.

Kurz zuvor wird der mehrjährige Umbau der Osterstraße um 12.00 Uhr auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz an der U-Bahn Haltestelle für beendet erklärt. Die neue Flaniermeile wird dann offiziell durch Eimsbüttels Bezirksamtschef Kay Gätgens und den Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Andreas Rieckhof, eingeweiht. Im Anschluss soll es ein „kleines Rahmenprogramm“ geben. Nachdem sie sich gefeiert haben, wollen wir wenige Meter weiter um 13.00 Uhr zeigen, was der Umbau uns Radfahrenden gebracht hat – nämlich nicht einmal mehr Schutzstreifen.

Daher sorgen wir für ein großes Rahmenprogramm und bauen uns selber eine Protected Bike Lane! Seid kreativ, bringt Klobürsten, Pömpel, Kegel, Hütchen, Kuscheltiere, Räder, Lastenräder, Radanhänger, Plakate, Tempo30 Schildchen und einfach gute Laune mit, auf dass wir alle gemeinsam das Gefahrengebiet „Schutz“streifen entschärfen können.

Die Osterstraße steht stellvertretend für viele neue Bauvorhaben, bei denen Radfahrende höchstens die zweite, wenn nicht gar die dritte Geige spielen. Damit muss in Hamburg Schluss sein! Fast 1.700 Menschen fordern daher bis heute unseren Ersten Bürgermeister auf, Prioritäten in der Verkehrspolitik endlich neu zu setzen. Auch du kannst dich einreihen und mitmachen: KURS FAHRRADSTADT auf change.org unterzeichnen und am Sonntag zur Rad-Demo kommen.

Wir sehen uns auf der Osterstraße!

Kai Ammer und Team KURS FAHRRADSTADT

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Warum, weshalb, wieso?
Hintergründe zum Thema findet ihr in unserem KURS FAHRRADSTADT FAQ